SPIELTERMIN
26. Juli 2017 - 19:30
Wien
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Die top aktuellen DVDs von Gery Seidls preisgekröntem Publikumshit „BITTE.DANKE.“ und seinem kultigen Advent-Programm „Aufputzt is“.
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Gery Seidls neues Kabarett:
Premiere am 26.01.2017 im Stadtsaal Wien ...
Details zum Stück

Unvergessliche Auftritte für spezielle Anlässe:
Die vielen Bühnen des Gery Seidl.
Bühnenhighlights

Vier Prominente, ein Kartenspiel und viele Witze: Gemeinsam mit dem Sender PULS 4 entwickelte Gery Seidl den Quoten-Hit „Sehr witzig?! - Der Witzestammtisch“.
TV-Comedy-Formate

Gery Seidl ist gern gesehener Gast in Game-Shows und Fernseh-Magazinen wie „Bist du deppert” (PULS 4), „Was gibt es Neues?” (ORF) uvm.
Fernseh-Auftritte

Der „Salzburger Stier“, der renomierteste internationale Kabarettpreis, auch als Radio-Oscar des deutschsprachigen Kabaretts bekannt, ging 2016 an Gery Seidl!
Salzburger Stier

Gery Seidl unterstützt zahlreiche soziale Projekte, etwa „Licht ins Dunkel”, „Kindernothilfe”, „Caritas”, „Licht für die Welt”, Benefiz-Auftritte zu Gunsten Schulen, Sozialeinrichtungen, Familien und Kindern uvm.
soziale Projekte

Gery Seidl ist Schauspieler und Sprecher in vielen bekannten Fernseh- und Radio-Werbespots
Werbung TV und Radio

Alternativen zu Mainstream und Gewohnheiten in allen Bereichen: Gery Seidls Kolumne im Alternativ-Magazin „Option”
Übersicht Beiträge

REZENSIONEN

Heidi Böpple, Tschauner Bühne - 10.05.2017

Sieger ist Herr Seidl!!!
Gery! Du hast dieses Jahr gewonnen – deine „SONNTAGSKINDER“ ist die erste Veranstaltung die wir heute fastAUSVERKAUFT haben! Also dooferweise hängen noch zwei Einzeltickets in der Gegend rum, die gehen aber noch weg….
Du hast keine Mikrowelle und keine Waschmaschine gewonnen, ich sags gleich ;-)
Dickes Bussi und wir trinken mächtig, wenn wir uns sehen, darauf…. Ich fange heute schon mal an ;-)
Im Detail sieht es so aus:
266 Tix sind verkauft!
51 hängen noch auf gebucht, also fix reserviert!
Und 2 Plätze nebeneinander habe ich grade mal so retten können für den Fall, dass Hollywood anruft oder einer deiner wichtigsten Menschen kommen muss!? Sind allerdings in der vorletzten Reihe, aber ich halte sie noch eine Weile in Reserve.
Schönen Abend und schon mal den 13. Juni EröffnungsTAG vormerken – Einladung folgt!
Lieben Gruß, Heidi


Ingeborg Anderson, Augsburger Allgemeine - „SONNTAGSKINDER”, 07.05.2017

Ein Sonntagskind und der Montagsschreck
Der Österreicher Gery Seidl zeigt in der Singoldhalle eine große Show. Krachende Gags wechseln sich ab mit tiefgründigen Betrachtungen.

Permanente Begeisterungsausbrüche - so ist die Stimmung in der Singoldhalle am besten zu beschreiben. Der, der das bewirkte, war Gery Seidl. Der österreichische Kabarettist, Schauspieler und Musiker spielte im Rahmen der Reihe „Kabarett & Wein“ sein Programm „SONNTAGSKINDER“. Obwohl er den meisten der etwa 400 Besucher unbekannt war, hatten sie doch auf Veranstalter Gernot Albes und sein sicheres Gespür in Sachen Humor vertraut. Sie wurden nicht enttäuscht. An einem Sonntag - und überdies noch am Muttertag - geboren, fühlt Gery Seidl sich als absolutes Glückskind: Weniger optimal wäre der 1. Januar gewesen, „wenn dir deine Öltern jed’s Johr b’soff’n zum Geburtstag gratulier’n“ (der österreichische Akzent trug sein Übriges zum Vergnügen des Publikums bei). Aber das war erst der gemächliche Anfang dieses Abends. So gut wie jedes Wort war eine Pointe ebenso wie die Atempausen dazwischen. Gery Seidl, der 2014 mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet wurde, erzählt die Geschichte seiner scheinbaren Familie: Er selbst von eher gemütlicher Wesensart, wird von Ehefrau Andrea ständig über die globalen und alltäglichen Katastrophen informiert. Das bietet weidlich Stoff für politische und philosophische Gedanken.

Büfett-Wartezeiten und der Druck der Tattoolosigkeit

Etwa wenn er mit Frau Andrea und Tochter Puppi Urlaub auf Zaziki macht. Obwohl er eigentlich lieber mit Busenfreund Kurtl zu Hause geblieben wäre und technische Probleme diskutiert und die heimische Heizung – wie jeden ersten Montag im Monat – auseinandergenommen hätte. In Zaziki jedoch kommt er vollkommen unterzuckert und „unterhopft“ an. Im Hotel muss er lange am Büfett warten, weil die Miturlauber das Essen fotografieren und ins Netz stellen. Er gerät unter Druck, weil alle außer ihm Tattoos haben. Und der Glaube an sein Glück wird erschüttert, als der ewige Kalender im Kloster, das er auf nachdrücklichen Wunsch von Andrea besuchen muss, anzeigt, dass sein Geburtstag ein Montag gewesen muss.

Wieder zu Hause wird ein technisches Gerät, Mähroboter Robert, bereitwillig in die Familie aufgenommen. Seiner Ehefrau Andrea aber, die ihn auf die Sensibilität des schönen, neuen Nachbars hinweist, der so sensibel ist, dass er mit den Pflanzen spricht, entgegnet er: „Deshalb mäht er auch die Wiese nicht, weil er dann mehr zum Plaudern hat.“

Intelligentes Leben im All kommt aus gutem Grund nicht zu uns

In verschiedene Rollen schlüpfend, mokiert sich der Kabarettist über die zunehmende Menschheitsverblödung, über Handysucht und Katastrophenhysterie. Und er weiß, dass es intelligente Wesen im All gibt, „weil noch niemand zu uns Kontakt aufgenommen hat“. Das und unendlich viel mehr war es, was das Publikum zu regelrechten Begeisterungsstürmen hinriss: „Eine Rakete!“, „Eine Wucht!“ oder „Neu und erfrischend!“, war überall zu hören.


Bernhard Steinböck, NÖN - „NÖ-Premiere SONNTAGSKINDER”, 18.03.2017

Ein grantiger Hausverstand - NÖ-Premiere in Tulln
Kabarettist Gery Seidl spielt in seinem neuen Programm mit klassischen Klischees und versucht erneut , das Phänomen „Mensch“ zu verstehen.

„Der Mensch wäre an sich im Stande, so viel zu wissen und zu können. Warum tut er es nicht?“, Vollblutkabarettist Gery Seidl kann nicht anders. Ähnlich wie im vergangenen Programm quälen ihn die Fragen der Menschheitsverblödung auch in „SONNTAGSKINDER“

Und doch ist das neue Stück, mit dem Seidl im seit Monaten restlos ausverkauften Danubium seine NÖ-Premiere feierte, wieder völlig anders. Der Gewinner des Salzburger Stiers von 2016 legt sich neuerlich erfolglos mit Fantasie-Gattin Andrea an und erkennt nebenbei, dass Löwen wohl die einzige Spezies auf Erden sind, die es von Anfang an verstanden haben, wie gegendert werden müsste (er frisst, sie jagt).

In gewohnter Manier unternimmt er an diesem Abend auch die Rollen anderer erfundener Familienmitglieder und Freunde. Auch, wenn der rote Handlungsfaden diesmal ab und an im langen Erzzählstrang abhandenkommt: Immer wieder zeichnen die perfekt in Szene gesetzten Stimmänderungen mit markanter Grimasse, die die breite Masse seit Jahren zu den Bühnen lockt, aus.

Das Wuchtel-Feuerwerk zwischen Waldviertler Scheinidylle und griechischem Horrorurlaub hatte, wie sollte es auch anders sein, auch wieder Nachdenkcharakter, wenn Gery Seidl zu seinen einprägsamen Botschaften ansetzt - übersetzt so viel wie: Bring dich mit dir selbst ins Reine, schwöre von Zeitfressern ab, dann erträgst du auch den Alltag besser.

Ein Sonntagskind müsste man eben sein ...


Veronika Schmidt, Die Presse - „Premiere SONNTAGSKINDER”, 02.02.2017

Gery Seidl: Glücklich sein, leicht gemacht
Gery Seidl spielt in seinem neuen Kabarett-Programm „SONNTAGSKINDER“ mit klassischen Klischees und vermittelt auf amüsante Weise, ein Menschenfreund zu sein.

„Der Mensch wäre an sich im Stande, so viel zu wissen und zu können. Warum tut er es nicht?!“ Diese Frage stellt Gery Seidl in seinem Programm „SONNTAGSKINDER“, das Ende Jänner im Wiener Stadtsaal Premiere feierte. Seidl lockt die breite Masse an: Seine Fernsehshows bringen ihm Zuspruch von Leuten, die sich leicht unterhalten wollen. Doch Auszeichnungen wie der Salzburger Stier 2016 machen auch das anspruchsvollere Publikum neugierig.

Seidl schafft es, alle zu bedienen. Vielleicht, weil er ein Sonntagskind ist? Noch dazu war der Sonntag, an dem er vor bald 42 Jahren geboren wurde, ein Muttertag. „Das ist besser als der 1. Jänner, weil da gratulieren dir deine Eltern jahrelang nur angesoffen zum Geburtstag“, sagt Seidl im Programm.

Die Wuchteln fliegen tief, wenn Seidl los legt. Doch er versteckt in seinen Geschichten über das Leben im Waldviertel und über eine Reise mit der Familie auch Kritik am Zustand unserer Welt. So wettert er gegen Hassposter, Ausländerfeindlichkeit und das starre Schulsystem. Und stellt die Frage in den Raum: Warum können wir nicht viel glücklicher sein, wenn es uns doch so gut geht? „Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten“, antwortet Seidl. Und wieder stellt er in seinem Stück gern die Frauen als solche dar. Was zwar für Lacher sorgt, aber doch einen schalen Nachgeschmack hinterlässt. Die Dummheiten aus dem Mund seiner Gattin oder Schwiegermutter füllen jede Klischeeschublade. Doch auch gegen die Männer hat Seidl viel zu sagen. Er stellt sich und seinen Kumpel Kurtl als beschränkte Geister dar, die im Hobbykeller hocken und Energiespar-Wettstreite führen.

Wer genau hinhört, merkt jedoch, dass Seidl neben all den Naivitäten auch eine Moral mit gibt. Etwa wenn seine Frau ihn erst daran erinnern muss, dass er doch immer ein Menschenfreund war. Die Botschaft „Sei gut zu dir und zu deinen Mitmenschen“ taucht in „SONNTAGSKINDER“ immer wieder auf. Sodass man die Reise ins unterkühlte Waldviertel und ins viel zu heiße Griechenland ohne Zögern mitmacht. Mit dem Fazit: Wenn wir alle das Leben lockerer sehen, sind wir doch alle Sonntagskinder.


Mathias Ziegler, Wiener Zeitung - „Premiere SONNTAGSKINDER”, 30.01.2017

Grantiger Hausverstand ohne Rollkragen
Gery Seidl präsentiert sich in seinem neuen Solo „SONNTAGSKINDER” in Hochform.

Gery Seidl ist ein Sonntagskind. Und ein Muttertagskind noch dazu. Er hat also geburtstagstechnisch quasi den Jackpot geknackt, wie es der Gewinner des Salzburger Stiers 2016 gleich zu Beginn seines neuen Soloprogramms formuliert. Und wer, wenn nicht er, könnte also ein Glückskind und glücklich sein? Und trotzdem: Wie in allen seinen Programmen widmet er sich auch diesmal mit Hingabe lieber jenen Kleinigkeiten, die das Leben erst unangenehm machen. Den Widrigkeiten des Alltags, an denen sein männliches Ego zerschellt. Den ganzen Trotteln rund um ihn herum, denen sein Hausverstand, der im weißen Hemd ganz ohne Rollkragen steckt, einfach nicht gewachsen ist.

Vor allem das Mann-Frau- und das Beziehungsthema kommen diesmal wieder ausgiebig vor: Gery Seidl erklärt den Unterschied zwischen Männerfreundschaften und Ehen; stellt fest, dass Löwen schon immer richtig gendern (sie jagt, er frisst); und weiß genau, dass er im Streitgespräch mit seiner Frau trotz technischer Überlegenheit letztlich nur verlieren kann. Freilich sind zumindest die Beziehungsszenen, die er auf der Bühne nachspielt, satirisch überzeichnet oder gar frei erfunden - andernfalls hätte seine Frau wohl nach der ersten Vorpremiere die Scheidung eingereicht, so brutal und gleichzeitig genussvoll geht der Kabarettist hier zu Werke.

Aber, und das zeichnet halt dann einen Gery Seidl aus: Gar so locker-flockig, wie es zunächst den Anschein hat, ist es dann gar nicht. Dann nachdem er sein Publikum warmgespielt hat, biegt er mit ihm unversehens in viel ernstere Gefilde ab. Und was soeben noch ein flacher Gag war ist plötzlich ein tiefschürfender Gedanke. Nicht nur schauspielerisch, sondern auch inhaltlich ist Gery Seidl in Hochform.


Werner Rosenberger, KURIER - „Premiere SONNTAGSKINDER”, 27.01.2017

Ein Sonntagskind wettert gegen die Absurditäten in der Welt
Die Sehnsucht nach dem „Moment, wo amoi nix is ...“ Das ist vielleicht die Quintessenz von Gery Seidls Solo „SONNTAGSKINDER“, das im Stadtsaal Premiere hatte. „Sonntagskinder“ ist „eine Metapher für die Glücklichen in unserer Gesellschaft“.

„Es gibt sie, die Einsamkeit. Man muss sie nur erlernen.“, sagt Seidl. Wobei der Kabarettist und glückliche Waldvieretler kein Fantast oder Weltflüchtling ist, sondern trotz der Dummheit und Absurdität in der Welt ein Menschenversteher.

Er wäre gern „ein Radfahrer, der den Autofahrer akzeptiert und den Fußgänger respektiert“. Heutzutage eine Rarität. Da ist ein Hedonistauf der Suche nach dem gelungenen Leben. Der, Albert Einstein zitierend, weiß, dass „der Hauptgrund für Stress der tägliche Kontakt mit Idioten ist“. Dass die Welt an Wut genug hat, aber es ihr vor allem an einem mangelt: Mut. „SONNTAGSKINDER“ ist leichte Kost in schweren Zeiten, mit hoher Dichte an Pointen, die im Hausverstand und Querdenken verankert sind.

Es hagelt Spott und kuriose Gedanken wie: „Warum setzt ein Schneehase keine rote Haube auf? Weil's deppert is'! Und sein weißes Fell ad absurdum führen würde.“

Keiner kann wie Seidl dermaßen situationskomisch in Bildern sprechen: Von Mannsbildern wie seinem Freund Kurtl, der nicht die hellste Kerze am Luster ist, aber bodenständig und herrlich inkorrekt, wenn er sagt: „Perfekt aussehen müssen nur die, die sonst nichts können.“

Und er führt einen verhaltensoriginellen Tiroler Landesrat der Grünen als Beweis dafür an, dass „es intelligentes Leben im All gibt, weil noch keiner mit uns Kontakt aufgenommen hat“. Aber Intelligenz, die Lachen provoziert, gibt's bei Gery Seidl live.


Marion Kern, DieKleinkunst - „Premiere SONNTAGSKINDER”, 27.01.2017

Gery Seidl: Sonntagskinder
Nach drei Jahren steht Gery Seidl wieder mit einem neuen Programm auf der Bühne. DieKleinkunst-Redakteurin Marion Kern hat sich im Stadtsaal davon überzeugt, dass er auch bei „SONNTAGSKINDER” zu seiner Bestform aufläuft und mit Energie, Spaß und Überzeugung für einen sehr unterhaltsamen Abend sorgt – nicht ohne den einen oder anderen Punkt zum Nachdenken einzustreuen ...

Die Erklärung, warum das neue Programm „SONNTAGSKINDER” heißt, liefert Gery Seidl gleich zu Beginn: Er ist eines. Und das ist schließlich etwas ganz Spezielles. Aber eigentlich sind wir alle Sonntagskinder, da es uns in Wahrheit als Gesellschaft sehr gut geht und wir auf sehr hohem Niveau jammern. Interessant ist ja auch, dass wir über die kleinsten Zwischenfälle in den entferntesten Ländern erfahren – was umgekehrt sicherlich nicht der Fall ist. Wir müssen also fremde Katastrophen importieren, weil es uns so gut geht.

Über die verschiedensten Themen – vom Familienurlaub in „Tsatsiki“, über seinen erfolglosen Versuch, seiner Schwiegermutter nahezubringen, was ein Hauptwasserhahn ist, bis zum Camping (Erkenntnis: „Eine Frau im Zelt kann man vergessen, wenn man keine Indianerin heiratet.“) zieht er mit seinem Programm eine weite Klammer. In so mancher Szene kann man sich oder Menschen im eigenen Umfeld sehr gut wiedererkennen, manchmal werden auch Erinnerungen wieder wach.

Ein paar Klischees à la „Logik kann man nicht gendern“ gehören freilich auch dazu. Zumindest der Löwe hat immer schon richtig gegendert: Er liegt im Halbschatten, sie rennt mit ihren Freundinnen und jagt – und er darf sich dann als Erster über die erlegte Beute hermachen. Umgekehrt verhält es sich bei den Gottesanbetern – da ist Sex für die Männchen tödlich und Fremdgehen unmöglich ...

Gery Seidl empfiehlt auch ein Abgehen von der „österreichischen Dreifaltigkeit“ – den Fragen „Wer sagt das? Wo steht das? Wer will das wissen?“ und sieht den Beweis dafür, dass es intelligentes Leben im All gibt, darin, dass noch keiner mit uns Kontakt aufgenommen hat.

Mit dabei ist natürlich auch wieder Gery Seidls Freund Kurtl, mit dem er seine besten Urlaube verbracht hat und ihm nach wie vor zur Seite steht. Vor allem an den vielen Abenden, die sie gemeinsam im Keller verbringen, wo sie sich am wohlsten fühlen und ihrem Hang zur Technik ungestört nachkommen, bestens ausgestattet mit Bier und dem Pirelli-Kalender, was will MANN mehr?

Ein wirklicher Haustier-Fan dürfte Gery Seidl nicht sein, da er „Haustiere bis zur Haustüre“ liebt und die Sympathie mit der Distanz steigt. Nur bei einer Schildkröte wäre er kompromissbereit, was seine Tochter allerdings nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hingerissen hat. Der neue Nachbar aus Barcelona hingegen ist ihm ein Dorn im Auge, im Gegensatz zu seiner Frau, die durchaus positiv reagiert... Und das Rudergerät kauft er sich selbstverständlich nicht deswegen, das hatte er schon lange vor.

Sehr hilfreich in der Kommunikation ist das „Omega-Hören“, bei dem die Botschaft zwar das Ohr erreicht, aber dann „außen vor“ gelassen wird, genau wie das griechische Omega-Zeichen. Vielleicht würde das einige Konflikte verhindern.

Es gelingt Gery Seidl hervorragend, das Publikum mitschwingen zu lassen. Man spürt deutlich, dass er auch in den ruhigeren, nachdenklicheren Phasen volle Aufmerksamkeit hat und die Energie nie abreißt. Und umso heftiger geht das Publikum auch wieder mit, wenn die Stimmung auf der Bühne wieder ins Positive kommt.

Er bringt auch sein schauspielerisches Talent gut zur Geltung, indem er in die verschiedensten Rollen schlüpft, Stimmen und Dialekte übernimmt, und auf diese Art sogar ein Vierergespräch mit Bravour meistert. Musikalisch wird es diesmal kaum, obwohl in Gery Seidl auch eine musikalische Ader schlummert.

Fazit: Ein sehr gelungener, unterhaltsamer Abend, der noch länger nachwirkt. Offen bleibt einzig, wie Gery Seidl und sein Mitarbeiter Ivo das Problem mit der Stromleitung in der Baugrube gelöst haben... Vielleicht erfahren wir das ja im nächsten Programm!?


Werner Rosenberger, KURIER - „DVD Aufputzt is | Best of Kabarett”, 21.10.2016

Gery Seidl - Schöne Bescherung
Gery Seidl in „Aufputzt is!“: ein charmantes Lästermaul über den ganz normalen Wahnsinn und ein „Weihnachtsdebakel“.

Er spielt längst in der Oberliga der Austro-Kabarettisten und erzielt mit scharfer Zunge und schnellem Mundwerk Himmelstürmerquoten in der heimischen Unterhaltungsbranche: Gery Seidl gab nicht nur neben vielen anderen Radio- und TV-Werbespots auch demFlamingo seine Stimme, der in der Billa-Werbung seine „Geeerti“ suchte, er ist, wie er selbst sagt, auch als Optimist tätig.

Leise rieselt der Schmäh

Im Solo „Aufputzt is! Ein Weihnachtsdebakel!“ wirkt er leicht genervt bei den letzten Vorbereitungen fürs große Fest der Familie. Aber was ist schöner, als einmal im Kreise der Liebsten in Ruhe und Besinnlichkeit den Heiligen Abend zu feiern? Wenn der Truthahn dann im Rohr brutzelt, der Tisch gedeckt, der Baum geschmückt ist, und die Geschenke fertig eingepackt sind ... Alles paletti. Bis plötzlich eine Unachtsamkeit passiert und das Verhängnis seinen Lauf nimmt ... Und er nach Pannen, unerfüllten Wunschträumen und unerfüllbaren Erwartungen etwa an Neujahrsvorsätzen („Es gibt ja Leute, die glauben, die Pummerin entschlackt. Aber Sie können davon ausgehen, wer am 24. Dezember blad ist, der ist es am 1. Jänner auch.“) kläglich scheitert an Aufputz, Braten und einer sündteuren Eingangssicherheitstür. Eine 100-jährige Nachbarin, die am Heiligen Abend nicht einsam bleiben soll, hat alle Höhen und Tiefen erlebt - vom Kaiser bis zu Werner Faymann. Außerdem lernt man Seidls Frau Andrea kennen, Onkel Heinzi („Was ist der Unterschied zwischen Ehe und Kriegsgefangenschaft? In Russland haben wir geglaubt, wir kommen frei.“) und Tante Mizzi mit Mutterwitz und Tarnkappen-Hauskleid.

Ein-Mann-Komödie

Lacher provozieren auch Themen wie Körndlkost, Handy-Apps, Schilling-Nostalgie und Lifestyle-Tipps („Reisen sollte man, solangeman sich noch an zu Hause erinnern kann.“). Seidl lästert herzerfrischend über Magermodels, Rolltreppenlinkssteher, Facebook-Freunde und „Passivhaus- Gschroppen“ und erzählt von seiner im Rückblick allein optisch umwerfenden Jugendfreundin Sigrid, „der zartesten Versuchung, seit es Implantate gibt. Das waren herrliche Berge, sonnige Höhen, aber die Almhütte komplett unbewirtschaftet. Jeder Buddhist schreit, er ist amZiel, wenn er so eine Leere in der Zentrale hat.“ Aber wenn man älter wird, vergeht die Zeit schneller. „Über 50 ist jedes Jahr zweimal Weihnachten.“ Dann macht diese Ein-Mann-Komödie - für Weihachtsmuffel garantiert die stärkste Ersatzdroge - also doppelt so viel Freude ...


Mathias Ziegler, Wiener Zeitung - „Kabarett goes Stegreif”, 05.07.2016

Seichte Unterhaltung auf hohem Niveau
Stegreif mit Kabarettisten: Vier Stücke, sechs Akteure und kein Plan beim Tschauner.

Wenn die Temperaturen steigen, sinkt der Anspruch, den das Publikum an Theaterproduktionen. Oder anders gesagt: Im Sommer sucht man leichte Unterhaltung. Dementsprechend dürfen derzeit im Tschauner, Wiens ältester Stegreifbühne, gleich sechs Kabarettisten einen gemeinsamen Abend bestreiten, der ganz im Zeichen von zwei (Wieder-)Vereinigungen steht: Da sind erstens personell die Reunionen von Herbert Steinböck und Gerold Rudle sowie von Gerhard Walter und Gery Seidl und zweitens inhaltlich einerseits eine fesche Wirtsenkelin (Monica Weinzettl), die in den Dorfpolizisten verliebt ist, aber den Bürgermeister heiraten soll, und eine resche ex-jugoslawische Putzfrau (Eva Maria Marold), die einen Mann sucht, weil ihre Aufenthaltsbewilligung abläuft. Rudle spielt also gleichzeitig mit seinem verflossenen und mit seiner aktuellen Partnerin.

Und gleich zu Beginn erklärt er das Prinzip Stegreif: „Es gibt ein Stück, es gibt eine Handlung, aber keinen Text. Wir wissen zwar, wo wir am Ende hinmüssen, aber ob und wie wir dort landen, wissen wir nicht.” Und dieses Prinzip wird an diesem Abend so beherzt ausgelebt, dass Rudle, der als Einziger zumindest etwas den Überblick zu haben scheint, sichtlich an seinen Mitspielern verzweifelt - zum Gaudium nicht nur des Publikums, das zuvor aus vier Stücken wählen durfte (wobei es wahrscheinlich genau wegen der bewussten Planlosigkeit eh wurscht ist, welches genommen wird), sondern auch der sechs Akteure, die offenkundig eine Heidenfreude damit haben, einander noch zusätzlich durch Improvisation ein Ei zu legen - oder auch sich selbst. Und die zwischendurch auch einfach irgendwelche Figuren dazuerfinden, die ihnen gerade in den Kram passen. Was man sich erwarten darf, sind also Gags am laufenden Band von sechs ausgewiesenen Humor-Profis, die hier seichte Unterhaltung auf hohem Niveau betreiben. Und das ist auch eine Kunst.


Horst-Günther Fiedler, tvmedia - „Sehr witzig?!”, 23.03.2016

40 Jahre alte Witze müssen nicht müde sein!
Überaschung! Die PULS 4-Show ist eine Quotenrakete, auch wenn nicht alle Gags zünden.

Im Winter 1977 hatte der Verfasser dieser Zeilen die fragwürdige Freude, beim bunten Abend seines damaligen Hauptschul-Skikurses in Hinterstoder als Conferencier zu dilettieren und das p.t. Publikum aus Mitschülern und Wachpersonal (pardon, Lehrkräfte) mit Witzen für die nachfolgenden Sketches der Klassenkameraden gnädig zu stimmen. Warum ich sie mit diesem Privatissmum belästige? Nun, zwei bis drei der damals erzälten Witze sind mir bei der Aufzeichnung von „Sehr witzig?!”, der ich live vor einigen Tagen beiwohnte, unvermutet wiederbegegnet.

Dem Nostalgie-Flashback folgte die Frage: Traut sich PULS 4 wirklich, mit solchen Witze-Wiedergängern vor ein Primetime-Publikum? Ich gestehe, meine Skepsis war groß. Rückkehr zur Tradion des Toni Strobl, der schon in Pension war, als ich in der Hauptschule mit seinen Witzen hausieren ging? Vorwärts Kameraden, wir müssen zurück - zurück zu TV-Unterhaltung 1.0?

Und es geht doch!

Dabei haben mich schon bei der Aufzeichnung einige Dinge wider Willen beeinduckt: Das Team aus dem großen Witze-Vorsitzenden Gery Seidl, Harry Prünster und Lydia Prenner-Kasper plus Gast agiert, als würden sie seit Jahren Schmäh führen. Kein-Sich-gegenseitig-ins-Wort-fallen, kein einziges „Leute, dass müssen wir nochmals machen!” Auch das Publikum fühlt sich wohl und lacht brav, aber überzeugt mit. Auch wenn sie weder das Rad neu erfindet noch die neuesten Witze (Gibt es die überhaupt? Kennt irgendwer einen Witz, wo Gegenwartsphänomene wie Social Media oder Außenminister Kurz oder IS-Terroristen vorkommen? - und bevor jemand sagt, das sei in diesem Zusammenhang pietätlos: Das PULS 4-Publikum wird vor dem Eintritt penibel auf Waffen abgesucht!) präsentiert, hat die kleine Show gute Vibes. Und die haben ihre Empfänger gefunden. Zuerst fast 160.000, die zweite Sendung beinahe 200.000 Seher. In komplizierten, bedrohlichen Zeiten funktionieren einfache und freundliche Ideen manchmal am besten.

Die Jünger von „Alles muss schneller, neuer, hintergründiger, hinterfotziger und überhaupt werden!” (zu denen auch der Verfasser gehört), haben sich geirrt. Eine Lektion in Sachen eigener Fehlbarkeit - und Erinnerung daran, dass der Witz ein uraltes Kulturgut ist, das die Menschen immer wieder über schwere Zeiten half. Alle sind nicht bekehrt. Ein ORF-Kabarett- und Comedyexperte, der auch in einschlägigen Jurys sitzt, postete auf Facebook, dass er diese Sendung als Fegefeuer empfinde und allen Mitwirkenden von Herzen wünsche, dass er rasch verdränge, dass sie bei „Sehr witzig?!” dabei sind. Gery Seidl (selbst kein Fan des Witzes, aber hochmotiviert, Neues zu probieren) lacht dazu: „Am Ende geht es darum, dass vier Leute eine gute Zeit miteinander haben und das Publikum lacht un sich wohlfühlt. Nicht mehr, nicht weniger. Und selbst wenn manche Witze alt sind: Die Rolling Stones spielen auch seit 50 Jahren die selben hadern, und es gefällt trotzdem allen!”
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Jessica Roch, Donaukurier - „BITTE.DANKE”, 12.02.2016

Wenn der Seidl Dummheit wittert
Ingolstadt (D) Wenn Gery Seidl sich in Rage redet, flackern seine Augen, Strähnen seiner blonden Haare fliegen durch die Luft und seine Hand ballt sich zur Faust. Er nennt diesen Moment: „Mein innerer Seidl erhebt sich”. Und das tut er oft. Denn es gibt viele Dinge, die Gery Seidl auf die Palme bringen.

Von diesen Ärgernissen des Alltags erzählt der Wiener Kabarettist am Donnerstagabend, als er mit seinem Programm „BITTE. DANKE.” im Rahmen der Kabaretttage 2016 in der Neuen Welt gastiert. Gleich zu Beginn bittet er um Nachsicht bei etwaigen Verständnisproblemen aufgrund seines Dialekts: „Keine Sorge, es liegt nicht unbedingt an Ihnen. Meine Frau versteht mich auch nicht.”

Doch selbst wer nicht jede Aussage des Kabarettisten begreift, hat keine Probleme, ihm in seinen Erzählungen zu folgen - denn Seidl zeigt vollen Körpereinsatz: Er radelt schon mal mit einem imaginären Fahrrad beim Granitbeißer-Marathon mit, demonstriert seine ersten pubertären Flirt- und Tanzversuche oder zeigt detailliert, wie er mit einarmigen Liegestützen das Herz seiner heutigen Frau Andrea erobert hat. Damit erntet er viel Beifall von seinem überraschten Publikum. So viel Turnkunst sieht man im Kabarett selten. Die Chemie zwischen Künstler und Zuschauern stimmt von Anfang an.

Und obwohl auch die Chemie zwischen Seidl und Andrea sofort gepasst habe, sei das Zusammenleben nicht immer so einfach. „Meine Frau hat 96 Paar Schuhe - für zwei Paar Füße! Immerhin hat sie vor unserem Umzug aufs Land vier Paar ausgemustert. Einziger Wermutstropfen: Die vier Paar waren meine.” Mit der gesunden Ernährung seiner Angetrauten stimme er ebenfalls nicht immer so ganz überein. Für die Gesundheit müsse er jeden Morgen ein Glas Gerstensaft trinken. „Wissen Sie, wenn ich mir diesen froschgrünen Saft so anschaue, denke ich mir: Früh sterben hat auch was.”

Andreas Übernahme der Küche bringe aber auch Vorteile: Dank ihr gebe es jetzt eine Küchenmaschine, die einem quasi alle Kochschritte abnehme. „Man schiebt den Dammhirsch mit dem Preiselbeerstrauch im Geweih vorne hinein und hinten kommt dann der Hirschbraten mit Preiselbeeren heraus.” Selbst die Tötungsart könne man bei dem Gerät aussuchen. Seidl setzt hier auf Beschallung mit Liedern von Helene Fischer oder Andreas Gabalier: „Da strömt das Tier Glückshormone aus, weil es beim Hören dieser Musik Todessehnsucht bekommt.”

Dann - kurz bevor sich der schimpfende Kabarettist von seinem Publikum verabschiedet - passiert auf einmal etwas Merkwürdiges: Er erzählt von der grünen Oase vor seinem Haus, und vergisst dabei seinen ganzen Furor. Stattdessen gerät er ins Schwärmen: „Ich wünsche Ihnen einen Garten, in dessen Mitte auch so ein wunderschöner Apfelbaum steht. Und ich wünsche Ihnen die Zeit, sich darunter zu setzen und einfach nur zu schauen.” Gery Seidl tun die meditativen Momente unter dem Baum offenbar gut: Die Wut ist verraucht und „der innere Seidl” zieht sich besänftigt zurück.


Bernhard Steinböck, NÖN Tulln - „Aufputzt is”, 03.12.2015

Hohe Lacherdichte
Vollblutkomiker Gery Seidl besuchte ein ausverkauftes Danubium mit seinem Weihnachtsprogramm „Aufputzt is”.

Wenn von besinnlichen Tagen und gelassener Weihnachtszeit gesprochen wird, dann sind das zumeist Personen, die anscheinend noch nie in den Vorbereitungsprozess miteingebunden waren, oder zu beneidente Zeitmanager. Gery Seidl verkörpert in seinem Programm „Aufputzt is” die goldene Mitte: Einen selbst ernannten Allrounder, der jedoch kläglichan Aufputz, Braten und letztlich sogar seiner Eingangstür scheitert.

Dass der Kabarettist sich in den Jahren bereits einen Namen gemacht hat, spiegelt sich in den Zahlen wider: 500 Besucher stürmten an diesem Abend das Danubium und wurden mit einer Ein-Mann-Komödie belohnt, die nicht nur durch schnelle Lacher punktete.

Seidl spielte dabei auch gleich die komplette Familie au der Bühne und verpackte die zwei Stunden Unterhaltung zu einer Geschichte mit Schlusspointe.

Zugabe gab's keine, aber die erspart sich der Künstler laut eigener Aussage bereits nicht nur auf der Bühne.


Sabina Brosch, Merkur.de - „BITTE.DANKE.”, 19.11.2015

Logik lässt sich nicht gendern
Kirchheim bei München - Herzliche Lachanfälle und heftige Pruster produzierten Betty O. und Gery Seidl bei den 180 Besuchern des Kirchheimer Kabarettabends.

... Gery Seidls roter Faden ist sein Umzug von Wien ins Waldviertel mit seiner Frau Andrea, der wichtigsten und teuersten Sache seines Lebens. Danach ist er sich sicher: „Logik lässt sich nicht gendern.“ Völlig unverständlich ist für ihn, wie man „sage und schreibe 96 Paar Schuhe für nur zwei Füße besitzen kann“, und wie „sein ‚innerer Seidl‘ immer lauter wird“, als ein Handwerker die neuen Fenster mit Fliegengittern perforiert, die eigentlich ins Kinderzimmer und nicht an die Balkontüre gehören.

Im Waldviertel, wo „Schinken-Fleckerl“ als vegetarische Gerichte angeboten werden, man ihn in den Veteranenverein locken will, er sich aber ziert, denn „Kameraden, mir fehlt doch ein Krieg!“, sei er seiner Frau zuliebe gelandet. „Wo weder Hund noch Katze sich hinverirrt haben, um sich gute Nacht zu sagen“, kann er in einem Garten gut sitzen und schaun.

Die Zuhörer haben eine Stunde lang mit Lachanfällen zu kämpfen, einigen tränen gar die Augen. Denn es stellt sich immer wieder die Erkenntnis ein: Das ist ja wie bei uns zu Hause!


Österreichischer Kabarettpreis, Facebook-Eintrag - „Doppel-CD”, 06.08.2015

Jetzt gibt's was auf die Ohren - und zwar von Gery Seidl (Programmpreisträger 2008). In Kooperation mit Ö1 entstand nun die Doppel-CD zum Programm „BITTE.DANKE.”.

Wir meinen: sehr hörenswert!


Publikum, Facebook-Postings - „BITTE.DANKE.”

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Anfang der 80er Jahre hießen die Salzburger-Stier-Preisträger Steinhauer, Hader und Vitásek - und der Preis ist noch immer der Ritterschlag für einen Kabarettisten. Herzliche Gratulation aus Salzburg! (Margret S.)

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Das letzte Jahr war es schon ein toller Abend im Donaupark, dann noch Sommerkabarett im ORF, Auftritt im Rathaus und gestern wieder auf der Bühne Donaupark. Überwältigende Show - dafür hätte ich auch gerne bezahlt. Nach diesem Abend musste ich meinen Lieblingskabarettisten (Lukas R.) auf den 2. Platz reihen. Bravo! Und vor allem - Danke! (Wilhelm S.)

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Gestern Donaubühne, „BITTE.DANKE.”. Obwohl, ich kenns ja schon von der CD!
DAAAAAAAAAAAAAAAAAAAANKE; daaaanke, für den lustigsten Abend seit langem, obwohl meine Abende oft lustig sind. kaum Lachpausen!!! Witz und Charme und Hirn und banal Alltäglichem.
Ich habe mich, wie alle auf der Wiese, in vielem wieder erkannt.
Gery Seidl hat sich ÜBERSCHLAGEN! Hingehen - anschauen - zuhören! Ist EIN MUSS!! (Michaela G.)

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Ich war gestern bei deiner Vorstellung in Laa, eigentlich nur einem Freund zuliebe, da ich kein absoluter Kabarettfan bin. Noch nie ist mir die Zeit so schnell vergangen und noch nie habe ich so gelacht!!!!
Ernste Themen so zu verpacken, dass man lachen kann, ist eine Kunst, die du absolut beherrscht. Mach weiter so, ab jetzt bin ich bekennender Gery-Seidl-Kabarett-Fan!!! (Irene N.)

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Also wir waren gestern im Kabarett-Programm „BITTE.DANKE.”. Es war echt super!!!!! Wir sind ohne Erwartungen hingegangen. Eigentlich mit dem Gedanken, wenns nicht gut ist, dass wir in der Pause gehen. Wir kannten Ihn nicht aber wir sind begeistert gewesen und haben Tränen gelacht. Kann es nur jeden empfehlen. Wir waren vom Anfang an gefesselt vom Programm. Wenn ich an so manche sehr berühmten Kollegen denke, man geht mit Erwartung hin und ist dann bitter entäuscht. Ich kann nur sagen: „Hr. Gery Seidl, Sie sind einzigartig. Weiter so!!!” (Sabine H.)

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Ich habe heute bei „BITTE.DANKE.” wirklich Tränen gelacht - das Programm ist total spitze und extrem empfehlenswert!!! Vielen Dank im Namen meiner Lachmuskeln für den überaus netten Abend!!! (Birgit J.)

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Wir kommen gerade von der Vorstellung in Loipersdorf und sind irrsinnig begeistert, was Gery auf die Bühne zaubert. (Theresia D.)

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Gery Seidl auf Rezept: Tränenersatzmittel ade, Bauchmuskeltraining nebenbei in einer „Sitzung”. Gery! Danke, es war, wie immer, ein Vergnügen der Extraklasse! (Birgit C.)

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Danke für den sensationellen Abend gestern im Stadttheater!!! (Uli K.)

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Gestern im Stadtsaal - schon lange nicht mehr so viel gelacht. Das ist „Humor mit Hirn”! Herzlichen Glückwunsch und ich freue mich schon auf das nächste Programm! (Christiane H.)

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Danke für den Abend! Ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht... Und bei jedem Hirschgericht werde ich jetzt nachfragen, ob es aus einem glücklich machenden Dampfgarer ist. Weltklasse! (Tanja R.)

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Gestern im Orpheum: Wir haben gelacht von der ersten bis zur letzten Minute! Danke Gery, es war sensationel!!!!! (Manfred L.)

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War heute im Niedermair. Ich habe schon lange nicht mehr so viel am Stück gelacht!!!!! Das Programm ist absolut sehenswert. Von der schauspielerischen Leistung ganz zu schweigen!!!!! Sensationell!... (Manuela A. M.)

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Gery Seidl im Kabarett Niedermair ist ein Pflichtprogramm. Der neue Standard des österreichischen Kabaretts! Ich könnte ihm stundenlang weiter zuhören. Danke! (Dieter S.)

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Es war eine wunderbare Vorstellung! Großartige Ideen und sensationell gespielt! (Gerald B.)


Eva Zemanek, Marketing & Eventmanagement - „BITTE.DANKE.”, 30.06.2015

„BITTE. DANKE.“ als Live-Erlebnis zum Nachhören
Dass Gery Seidl inzwischen als ein Fixstern am aktuellen Kabarett-Firmament gilt, kommt nicht von ungefähr: Er ist ein begnadeter Schauspieler, der mit seiner Erzählkunst sein Publikum fest in seinen Bann zieht und in der Regel nicht mehr los lässt, bis es sich vor Lachen nur mehr krümmen kann. Wie gut er das kann, hat Gery Seidl zuletzt mit einem großartigen Auftritt im Ö1-Kulturzelt am heurigen Donauinselfest wieder unter Beweis gestellt.

Besonders hervorzuheben ist die erfolgreiche CD-Präsentation seines fünften Soloprogramms „BITTE. DANKE.“. Endlich gibt es dieses Live-Erlebnis zum Nachhören. Wunderbar!!


Claudia Kernbichler, Bankhaus Krentschker - „BITTE.DANKE.spezial”, 11.05.2015

BITTE.DANKE.spezial - Gery Seidl zu Gast mit Kabarett-Special
„Kleinkunst ganz groß“ stand am 7. Mai 2015 in der Bankhaus Krentschker Lounge auf dem Programm: Mit dem Solokabarettisten Gery Seidl durften die Sparkassen Versicherung AG Vienna Insurance Group und das Bankhaus Krentschker eine der heißesten Aktien am österreichischen Kleinkunst-Markt auf Station in Graz begrüßen.

Unter dem Titel „BITTE.DANKE.” führte der geniale Humorist die Gastgeber sVersicherung-Landesdirektor Franz Klug (Vienna Insurance Group) und Prokurist Dr. Wolfgang Fusek (Bereichsleiter Private Banking, Bankhaus Krentschker) sowie die zahlreichen Kunden und Freunde des Hauses durch die größeren und kleineren Belange der menschlichen Seele. Gerade in einer Zeit, in der Politisches ohnehin permanent die Medien füllt, erfrischt Seidl mit charmantem, politfreiem Humor und ergründet vielmehr seinen „inneren Seidl”, der die großen Fragen der Menschheit, inklusive etwaiger Luxusprobleme unserer heutigen Zeit, auf einen berührenden und überaus komischen Nenner bringt.

Fazit eines anregenden Abends: Viel gelacht, Humor vom Feinsten … Bitte, Danke!


Bandi Koeck, Vorarlberg Online - „BITTE.DANKE.”, 04.10.2014

Gery Seidl im TAS: Muss nur noch kurz die Welt retten!
Etwas Großstadtflair mit typisch Wiener Mundwerk und eine ordentliche Portion an Bauchmuskelkater brachte Stand-Up-Comedian Gery Seidl ins Saumarkt-Theater Feldkirch. Talentierter Wortakrobat, „BITTE.DANKE.” lautet der schlichte Titel.

Trotz der Kürze des Titel steckt ordentlich viel Würze im Kabarett, denn Seidl begibt sich auf die Suche nach dem Wert eines Menschen. Das Stück könnte runder wohl nicht sein: Es beginnt mit „Wurst” und hört damit auf - denn bekanntlich hat alles eine Ende nur die Wurst hat zwei. So erzählt er mutig auf den Brettern, die die Welt bedeuten unzählige Skurilitäten aus seinem Alltag und schlüpft dabei in verschiedene Rollen, die er in seinem fünften Soloprogramm äußerst feinfühlig inszeniert. Jedes Wort scheint gründlich überlegt zu sein bei Seidl, bei dem bekanntlich kein Auge trocken bleibt - so auch nicht in der Montfortstadt.

Gelungener Abend

Was auf den ersten Blick von Sarkasmus bis Zynismus wohl kaum zu überbieten scheint, wird besonders in der zweiten Hälfte extrem tiefgründig und ernst. Gery Seidl bringt existentielle Fragen der Menschheit und unseres Daseins auf den Punkt und nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Er regt zum Nachdenken an, sei es in Sachen „typisch männlich - typisch weiblich” oder „bekloppte Facebook-Postings kurz vor dem Heiratsantrag” bis zu „exzessivem Morgensport im Waldviertel” und der „Errichtung des Eigenheims im Grünen”. Sein inneres Ich ist ihm bei den alltäglichen Luxusproblemen sein wohl treuester Gefährte und fordert ihn täglich aufs Neue heraus. Ein gelungener Abend für alle Beteiligten.


Christina Porod, Kulturzeitschrift - „BITTE.DANKE.”, 03.10.2014

Gery und Herr Seidl
Blendende Unterhaltung - inklusive gelachter Tränen - lieferten am gestrigen Donnerstagabend Gery und seine innere Stimme, Herr Seidl, in der Kulturwerkstatt Kammgarn. Seine Karriere als Kabarettist beginnt 2003 im Duo mit Gerhard Walter. 2008 präsentiert Gery Seidl dann sein erstes Soloprogramm „Wegen Renovierung offen”. In seinem neuesten, mittlerweile fünften Solo, „BITTE.DANKE.“ spricht der Kabarettist über seine Erlebnisse mit Handwerkern, Nullenergiehäusern, „die intelligenter sind als die Leute, die drin wohnen“, seine jugendlichen Diskobesuche, die Facebook-Generation, die NSA-Überwachung, die Linksspur-Kriecher auf der Autobahn oder über seine Erfahrungen mit Kellnern. Oft stehen die Geschichten in Verbindung mit seiner Frau. Die Frau sei der Spiegel des Mannes, meint Seidl. Vermutlich sehe sie deshalb alles verkehrt. Dass sich „die Zeiten gegendert haben“, begreift er, als sie ihn beim ersten Treffen mit einem Porsche Cayenne abholt, er allerdings nur einen Renault Clio vorweisen kann.

Der ganz normale Wahnsinn

Den ganz normalen Wahnsinn des Alltags schildert der 1975 in Wien geborene Kabarettist. Er redet über Situationen, die einem wurscht sein könnten, aber wird die innere Stimme zu laut, einfach nicht mehr wurscht sein können. Wenn Gery Dummheit wittert, oder besser seine innere Stimme Herr Seidl, möchte er nur noch lauthals aufschreien: „Bring eam um ...“. Dazu gehören Kellner, denen es nicht gelingt Wurst, Senf, Serviette und Semmel so zu servieren, dass man nicht mehr selbst entscheiden kann, was man worin eintaucht. „Warum schafft es der eine, Weltraumraketen zu bauen und dem anderen gelingt es nicht, ein paar Würstel zu servieren, ohne dass ich nachher duschen gehen muss?“

Famose Bühnenpräsenz

Seidl ist ein begnadeter Erzähler und Schauspieler. Seine famose Bühnenpräsenz kommt in zwei ausgedehnten Geschichten ganz besonders zum Ausdruck: Seinen ersten Mountainbike-Marathon „Granitbeißer“ und seinen Umzug ins Waldviertel, da er „entschleunigen muss, und zwar schnell“. Dabei gelingt es ihm, den Spannungsbogen immer noch ein Stückchen weiter hochzuschrauben. Vor allem in der Marathon-Geschichte, dem absoluten Highlight des Abends, wird dies deutlich. Man taucht regelrecht in die Geschichte und in seine Gefühlswelt ein. Alles beginnt mit Andrea, seiner späteren Frau, der er zu imponieren versucht, noch nicht ahnend, in welcher sportlichen Höchstleistung dies für ihn enden wird. Wie er seine Geschichte aufbaut und darstellt, ist grandios. Ohne Requisiten - bis auf ein Tischchen und eine Wasserflasche - nimmt die turbulente Szenerie im Kopf des Zuschauers Gestalt an. So intensiv und packend, dass ein Film im Kopf abläuft und man die unsichtbaren Statisten zu sehen glaubt. Die Szenerie wird lebendig und so ist man immer ganz nah dran an Seidls Emotionen, leidet und lacht herzhaft mit ihm und gelegentlich auch über ihn.

Mit viel Charme, noch mehr Ausdruckskraft und sichtlicher Leidenschaft für sein Tun gelingt es dem 39-Jährigen immer wieder sein Publikum, das er nach nur fünf Minuten in der Tasche hat, zu begeistern, zu überraschen und zum ausgelassenen Lachen zu bringen. Gelegentliche Musikeinspielungen von „All you need is love“ über „It’s my life“ bis „Wienerblut“ und die Lichtdramaturgie perfektionieren das Ganze.

Am Ende des zweistündigen Programms gründet Seidl die GVDW-Partei: „Gery verändert die Welt“. Die Welt hat er zwar nicht verändert, aber den gestrigen Abend hat er zu einem einprägenden Erlebnis gemacht.


leadersnet.at - „BITTE.DANKE.” beim 4. Wiener Kabarettfestival, 24.07.2014

Fulminanter Start für Kabarettfestival
Tosenden Applaus gab es für die Auftritte von Gery Seidl und Viktor Gernot beim Start des Wiener Kabarettfestivals. Der Arkadenhof im Wiener Rathaus war restlos ausverkauft und das Publikum quitierte die Programme der beiden Kabarettisten mit frenetischen Beifall. Seidl begab sich in seinem neuen Soloprogramm erneut auf die Suche nach dem ultimativ Menschlichen. Er erzählte Skurrilitäten aus dem Alltag in seiner gewohnten Manier und schlüpft in verschiedene Rollen.

Viktor Gernot saß hingegen „Im Glashaus“ und gab zwei Binsenweisheiten unserer Welt zum Besten. Erstens: Kommunikation findet stets beim Empfänger statt und zweitens: mit nur einem Stein kann man ganz schön viel Glas zerdeppern.


Thomas Trenkler, derStandard.at - „BITTE.DANKE.”, 04.02.2014

Ein Heißläufer beim Granitbeißer
In seinem vierten Soloprogramm „BITTE.DANKE.” rekapituliert Gery Seidl sein bisheriges Leben

Kabarett ist Kleinkunst, weil man mit jeder Bühne, auch der kleinsten, sein Auslangen findet. Gery Seidl braucht bloß Platz für sich und sein Tischchen. Und das Tischchen braucht er eigentlich nur für die Produktplatzierung. Das ist eine Novität in der Kleinkunst. Hinzu kommt, dass Seidl wirklich erfrischend Werbung für Peterquelle macht: Er, ein Münchhausen der Gegenwart, integriert den Sponsor perfekt in seine Erzählungen, die in der Regel völlig realistisch beginnen - und irgendwann ins Fantastisch-Absurde abgleiten.

In „BITTE.DANKE.”, seinem vierten Soloprogramm, rekapituliert Gery Seidl, 1975 in Wien geboren, sein bisheriges Leben. Damals, in den 1990er-Jahren, vereinbarte er mit seinen Freunden, sich am Freitag um 22.30 Uhr vor dem U4 zu treffen. Und alle kamen. Heute wäre das ohne -zig Handytelefonate unmöglich. Damals gab es kein „Gefällt mir”, man sagte nach dem Taxieren des anderen Geschlechts „geht” oder „geht nicht”.

Doch dann lernte er Andrea kennen. Er erzählt mit Händen und Füßen, wie er ihr zu imponieren versuchte: Beim Granitbeißer, einem MontainbikeMarathon, habe er, um vor ihr im Ziel zu sein, eine Abkürzung durch die Hecken genommen - und schließlich ausgesehen „wie der Jesus nach der achten Station”. Doch sie erhörte ihn, es folgen Heirat, Tochter, Umzug aufs Land und viel Geschlechterkampf. Seidl tradiert zwar Klischees, aber jede Pointe serviert er als Ass. Zwischendurch vermag er auch heißzulaufen, etwa wenn er über Wiener Buschauffeure herzieht oder Linksfahrer auf der Autobahn, die einem ihr Lebenstempo oktroyieren.

Mit 39 Jahren steht Seidl mitten im Leben. Ein gelungener Schluss ist ihm daher nicht eingefallen. Macht aber nichts. Man konnte knapp zwei Sunden wunderbar lachen.


Silvia Lahner, oe1.orf.at - „BITTE.DANKE.”, 02.02.2014

Contra - Kabarett und Kleinkunst
Gery Seidl versteht die Welt nicht mehr: Warum findet man gerade die langsamsten Autofahrer immer auf der vierten Spur? Warum regen wir uns über die NSA-Überwachung auf und geben gleichzeitig intimste Geheimnisse auf Facebook bekannt? Was ist aus unserem Sinn für die Regeln gesellschaftlichen Zusammenlebens geworden, aus dem ehrlichen, aufmerksamen Miteinander? Oder fällt ohnehin alles unter die österreichische Sonderkategorie "wurscht"? Derlei Fragen beschäftigen Gery Seidl in seinem fünften Solo namens "Bitte.Danke.", in dem er alltägliche Umgangsformen auf ihre Sozialtauglichkeit überprüft.

Der Herr Seidl

Gery Seidl hat eine Entdeckung gemacht, die ihn nachhaltig verblüfft: Er mag es, wenn alles seine Ordnung hat. Das ist ein an sich legitimer Wunsch, der bei unsachgemäßem Ausleben bald auch zu einem missionarischen Auftrag mutieren kann. Doch der Kabarettist will nicht belehren, sondern vorleben im besten Sinne. Das wäre alles ganz einfach, gäbe es da nicht diese innere Stimme, die gerne ungelegen kommt und Gery Seidl zu unkontrollierten Äußerungen nötigt.

Zuerst versuchte er sich dieser immer lauter werdenden Stimme therapeutisch zu entledigen. Diese Unternehmung schlägt fehl. Seither lebt der Kabarettist mit seinem zweiten Ich, das er Herr Seidl nennt, um den inneren Bezug zu stärken. Und beide gemeinsam decken in dem Programm „BITTE.DANKE.” ein beachtliches Spektrum an emotionalen Zwischentönen ab.

Saures für Seidl

Gery Seidl mag es - wie er sagt - wenn es menschelt, wenn der Mensch authentisch bleibt: keine künstlichen Verrenkungen, keine falschen Töne, kein Schein anstelle von Sein. Die Beobachtung von Menschen, die erst gar keine Anstalten machen, sich in der Kunst der Verstellung zu üben, kann in mehrfacher Hinsicht für Unterhaltung sorgen.

„Die große Aufgabe in meinen Programmen besteht darin, eine Geschichte genauso zu erzählen, als würde sie gerade passieren. Manchmal muss man sich auch zurücknehmen, vor allem bei Erlebnissen, die man wirklich hatte, weil es das Publikum sonst für überzogen hält. Zum Beispiel die Geschichte mit der Serviererin, zu der ich gesagt habe: 'Entschuldigen Sie, aber ich glaube, das Schlagobers in meinem Kaffee ist sauer.' Und sie darauf: 'Ja, ich weiß.' Das war schon stark, aber es kommt noch besser, denn sie sagte weiter 'Wir haben kein anderes.' So etwas fällt Dir zuhause am Schreibtisch nicht ein, das musst Du erlabt haben, um es auf die Bühne bringen zu können.”

Realität als Inspiration

Seine Programme sind für Gery Seidl in gewisser Weise auch immer ein Spiegel der realen Lebenssituation. Seine Laufbahn als Kabarettist begann er 2003 im Duo mit Gerhard Walter. Damals stand die Veränderung der Welt auf dem Programm. 2008 präsentierte Gery Seidl sein erstes Solo namens „Wegen Renovierung offen” , das den Wechsel vom gelernten Bauleiter zum hauptberuflichen Kleinkünstler thematisierte. Als "Spagetti mit ohne" auf dem Programm stand, war Gery Seidl gerade Vater geworden. In dem Solo "Gratuliere" beschäftigte sich der Kabarettist als Mittdreißiger mit seinem Lebensalter und der Reinkarnation.

In seiner neuesten Hervorbringung erzählt Gery Seidl, wie er seine Bühnenehefrau Andrea kennenlernen durfte: in einer Diskothek. Dort lässt er sich von seiner Zukünftigen - nicht ahnend, welche sportliche Herausforderung ihn erwartet - zu einem Radmarathon überreden. Immer einen guten Spruch auf Lager, postalkoholisch und von schwächelnder Kondition, besteigt er sein Mountainbike und fährt – nicht immer auf dem Pfad der Fairness – Richtung Zweisamkeit.

Fiktiver Ehepartner

Gery Seidl ist mit seinem Programm „BITTE.DANKE.” ein sehr humorvoller Ausflug in die Seelenlandschaft eines jungen Paares und dessen Umfeldes geglückt. Als Anhänger der Idee einer aufmerksamen Zivilgesellschaft beobachtet er sein Umfeld ebenso genau, wie sein eigenes Verhaltensrepertoire in fordernden Alltagssituationen.

Als fiktiver Ehepartner richtet er das Humorgefälle gelegentlich etwas zu deutlich zu Ungunsten seiner Frau Andrea aus. Doch die Figur des Erzähler, die Gery Seidl auf der Bühne wunderbar verkörpert, verfügt über ausreichend Witz und Charme, um mit kleinen Unschärfen in der Partnerinnenbetrachtung keinerlei Irritationen auszulösen.

„BITTE.DANKE.” lässt auch so manchen philosophischen Fragen des Lebens Raum. Und so wird das Publikum am Ende einer heiteren Tour durch die Unwegsamkeit des Lebens auch noch mit einigen Ideen zum österreichischen Wesen versorgt.


Werner Rosenberger, KURIER - „BITTE.DANKE.”, 30.01.2014

Wenn Kleinkunst zu Großartigem wird
Er gab dem Flamingo seine Stimme, der in der Billa-Werbung seine „Geeerti“ sucht. Und ist jetzt auf dem Sprung in die Oberliga der Austro-Kabarettisten. Gery Seidl macht bei seinem 5. Solo „BITTE.DANKE.“ (Premiere war Mittwoch im Orpheum), was er am besten kann: Sich einfach auf die Bühne stellen und erzählen. Als lehnte er mit Freunden an der Bar seines Stammbeisels.

Denn „hin- und hergerissen zwischen Luxusproblemen und täglich angekündigter Apokalypse rudern wir durch unsere Welt und sagen freundlich: BITTE.DANKE.“ So philosophiert der große Blonde über die elementaren Fragen der Menschheit: Wie wurscht muss einem was sein, damit es einem wirklich sowas von wurscht ist?

Er erklärt die Quantenphysik, plaudert über einen Hund im Teilchenbeschleuniger und renitente Ober mit dem Überschmäh, über seine Aufriss- und Umzugserfahrungen und die Absonderlichkeiten der Lost-in-Facebook-Generation. Kurzum: über die Merkwürdigkeiten im ganz normalen Leben. Er macht seinem Ärger Luft über die Rolltreppen-Linkssteher, die Autobahn-Linksspur-Kriecher und die mit dem Einkaufswagerl bewaffneten Blockierer im Supermarkt. Und er kennt sich aus mit Nullenergiehäusern, „die intelligenter sind als die Leute, die drin wohnen“.

Hohe Lacherdichte

Die körpersprachlich exzessive Vorführung seiner Abenteuer beim Waldviertler „Granitbeisser“ Mountainbike-Marathon ist zum Zerkugeln. Aber wehe, wenn der „Herr Seidl“ im Seidl anschlägt und „Dummheit wittert“. Dann redet sich der 38-Jährige ungebremst in Rage.

Dann kann er aus der Haut fahren. Fragt sich: „Warum ist mir das nicht wurscht?“ Wo „doch in Wien allen alles noch ein bisserl mehr wurscht ist“ als anderswo. Während er mitunter stante pede seinem Gegenüber antun möchte, was ihm seine innere Stimme einflüstert: „Bring eam um, bevor er sich fortpflanzt!“ Mit der Konsequenz, sobald er sein Alter Ego wieder im Griff hat: „Is’ eh wurscht!“

Andere fälbeln vor sich hin und wollen krampfhaft lustig sein. Nicht so Gery Seidl: Er ist es. Weil er’s kann. Punkt.


Kleine Zeitung - „BITTE.DANKE.”, 30.01.2014

Neues Solo-Programm von Kabarettist Gery Seidl
Er ist einer von uns. Der Kabarettist Gery Seidl ist einfach der „Geeeriii“ wenn er auf der Bühne steht und mit dem Publikum plaudert, als säße er mit den Kumpels beim Bierchen im Stammlokal. Aber er hat auch den „Herrn Seidl“ an seiner Seite. Der ist für andere unsichtbar, ist der Mr. Hyde des braven Bürgers und hält gerne Zwiesprache mit dem Alter Ego: „Bring eam um!“, raunt er bisweilen.

„BITTE.DANKE.“ heißt ganz höflich das fünfte Solo-Programm des 38-jährigen Wieners, das gestern im Orpheum seine Premiere feierte, und gesittet geht es auch auf der Bühne zu. Gery hat nicht nur seinen Herrn Seidl gut im Griff, sondern auch seinen Hang zum Zwänglerischen. Wichtig ist ihm nur, dass der kleine Beistelltisch parallel zur Bühnenkante steht und das Tischtuch sauber ist. Den Tisch braucht er, weil auf ihm eine Flasche Peterquelle steht, das Produkt seines Sponsors. Zur Flasche greift er nur, wenn er sie dramaturgisch wirklich benötigt. Bei der genial vorgeführten Pantomime des Waldviertler Mountainbike-Marathons "Granitbeisser" (gibt es wirklich, nächster Bewerb am 30. August, Anm.) etwa, bei dem er sich einst über Stock und Stein quälte, um seiner späteren Frau Andrea zu imponieren.

Heute, so bekennt er, wüsste er nicht mehr, was er ohne Andrea täte. Denn schon beim Aufstehen gibt sie ihm den Tagesplan vor: „Sei so lieb...“, „Man müsste endlich einmal...“, „Heute wäre der ideale Tag, um...“. Der Wiedererkennungseffekt im Publikum ist groß, und so dürfen sich die Männer wie die Frauen im Publikum gleichermaßen köstlich amüsieren, ohne sich dafür genieren zu müssen. Die Frau sei der Spiegel des Mannes, meint Seidl einmal. Vermutlich deshalb sehe sie alles verkehrt. Großer Lacher.

„BITTE.DANKE.“ tut nicht weh. Der Gery hat den Herrn Seidl fast den ganzen Abend gut unter Kontrolle. Er könnte freilich auch anders. Macht er aber nicht. Denn: „Ist eh' wurscht!“ Auch darin darf sich sein Publikum wiedererkennen. Ganz in Manier von Austro-Kabarett-Größen wie Lukas Resetarits oder Andreas Vitasek spult der auch als Werbespot-Sprecher, Musiker und Texter aktive HTL-Absolvent, der 2008 eine Solo-Karriere als Kabarettist startete und seither mehrfach ausgezeichnet wurde, keine Nummern ab, sondern stellt sich einfach hin und erzählt. Über Quantenphysik und CERN-Experimente, über Erfahrungen mit Kellnern, über Aufriss- und Umzugs-Erfahrungen, über das ganz normale Leben eben. Gelegentlich spielt er ein paar Szenen an, zeigt, was er schauspielerisch drauf hat.

Weil die großen Fragen der Menschheit und die kleinen Probleme der Menschen aber recht viele sind, findet er weder einen rechten Bogen noch einen rechten Schluss. Stattdessen gründet er unter Fanfaren-Klängen die GVDW-Partei: „Gery verändert die Welt“. Sein Motto: Ein bisschen mehr Liebe täte uns allen gut. Klingt banal, scheint aber zu funktionieren. Jedenfalls beim Premierenpublikum, das am Ende Standing Ovations spendete. Die Fans lieben Gery Seidl. Bitte. Danke.


Mathias Ziegler, Wiener Zeitung - „BITTE.DANKE.”, 30.01.2014

In Rage ist Gery Seidl am besten!
Wenn Sie Gery Seidl einmal begegnen sollten, bringen Sie ihn bloß nicht in Rage. Weil wenn der Herr Seidl in ihm - seine innere Stimme - aufbegehrt, geht es rund. Da wird sich aufgeregt über alles und jeden. Obwohl, genau das macht eigentlich den Reiz aus im neuen Soloprogramm des Kabarettisten, der mit „BITTE. DANKE.” eindrucksvoll beweist, warum ihn manche schon zu den besten des Landes zählen. Die Standing Ovations bei der Premiere sind absolut verdient.

Dabei beginnt alles ganz harmlos, mit einer etwas skurrilen Frage zum Thema „Was macht ein Hund im Teilchenbeschleuniger?” Und: „Ist dem Dackel eine Zeitreise wurscht?” Die Antwort: Dem Dackel ist es wurscht. Aber nur dem Dackel. Dem Seidl allerdings ist gar nichts wurscht. Weder im Beziehungs- und Familienleben noch im Supermarkt am Joghurtregal oder beim Mittagessen auf Facebook. Und so wird aus dem von ihm versprochenen „gemütlichen gemeinsamen Abend” ein sehr unterhaltsamer, aber auch etwas nachdenklicher.

Zwängler auf dem Mountainbike

Und Seidl wäre nicht Seidl, wäre er nicht mit Leib und Seele (die er sich aus selbigem schreit) dabei. Und ließe er nicht auch ein bisschen den Zwängler raushängen, was ihn wiederum in verschiedene peinliche Situationen bringt, die er mit Selbstironie ausweidet. Genau die macht ihn so sympathisch. Und seine Coolness, die gleichzeitig im Minutentakt durchbrochen wird, etwa wenn er live auf der Bühne ohne Radl einen Mountainbike-Parcour runterhechelt (mit einem fiktiven Gastauftritt von Tom Turbo). Oder den Umzug mit seiner geliebten Ehefrau ins ungeliebte Waldviertel Revue passieren lässt. Da erweist sich Seidl auch als ein Meister der packenden, absurden Erzählung. Vor allem, weil er dabei so schön grantig wird.


Marion Kern, DieKleinkunst.com - „BITTE.DANKE.”, 29.01.2014

Im ausverkauften Wiener Orpheum war die Vorfreude auf Gery Seidls neues Programm „BITTE.DANKE.“ nicht zu übersehen. Kameras, Sponsoren und Familie erwarteten seinen Auftritt. Mit etwas Verspätung betrat er dann die Bühne, von der aus er das Publikum in mehr als 2 Stunden Spielzeit begeisterte.

Der Einstieg begann gleich mit einer Improvisation, als ein für alle sichtbares Teil (Feder?) von oben zu Boden schwebte. Der Profi nahm es in sein Programm auf und bewies damit einmal mehr sein Talent, auch ganz gewöhnliche Ereignisse  so zu präsentieren, dass man darüber herzlich lachen kann.

Das Programm selbst hat keinen roten Faden, aber Gery Seidl findet immer perfekte Überleitungen oder Verweise, sodass die wechselnden Themen nicht auffallen. Diese reichen von der Erörterung des Begriffes „Kleinkunst“ (man braucht nicht viel Platz, in seinem Fall 2x Schuhgröße 43) über Erlebnisse mit Handwerkern und seine jugendlichen Diskobesuchen bis zur Fahrt im 13A und seiner Steuererklärung.

Zwei Geschichten - seinen ersten Radmarathon und seinen Umzug ins Waldviertel (wo es ein halbes Jahr lang friert, den Rest über ist Winter!) - präsentiert er in großer epischer Breite, hält dabei aber trotzdem den Spannungsbogen und die Aufmerksamkeit des Publikums gekonnt aufrecht. Man taucht ein in seine Erlebnisse und fühlt, weint und lacht mit. Gery Seidl zeigt dabei nicht nur emotionalen und künstlerischen, sondern auch hohen körperlichen Einsatz, insbesondere bei der Vorführung eines einhändigen Liegestütz, der mit kräftigem Applaus belohnt wird.

Dass seine Frau, als er sie kennenlernte, einen schwarzen Porsche fuhr und er nur einen Renault Clio hatte, quittiert er mit „die Zeiten haben sich eben gegendert“, seinen nicht ganz freiwilligen Umzug ins Waldviertel untermauert er mit der Erkenntnis, er müsse sich „entschleunigen, und zwar schnell“.

In alter Gewohnheit bleiben natürlich auch Kurtl, Onkel Heinzi und Tante Mitzi nicht unerwähnt, diesmal allerdings nur unter „ferner liefen“. Auf Gesang verzichtet Gery Seidl in diesem Programm und das, obwohl er, wie er als Beispiel anführt, die Gitarre steuerlich absetzen könnte ...

Er schickt das Publikum mit einem fast visionären Schluss nach Hause (bzw. zur Premierenfeier). Längen gibt es keine, auch keine Zugabe im eigentlichen Sinn (nur Dank an Crew und Familie), dafür aber jede Menge zu lachen und verdiente Standing Ovations. Weiter so, bitte, danke.


Thomas Vitzthum, diehalbewahrheit.eu - „BITTE.DANKE.”, 22.01.2014

„Gerti” Seidl bittet. Wir danken.
Bitte. Danke. Soooo vüüüü haben wir gelacht. Vorpremiere von Gery Seidls neuem Masterpiece im Wolkersdorfer BaBü.

Ein Kabarettprogramm zu kritisieren ist nicht immer einfach. Es ist stets Ausdruck einer subjektiven Meinung. Eine Analyse der eigenen Befindlichkeit an diesem einen, speziellen Abend, beeinflusst durch äußere Faktoren wie Beinfreiheit, Bierqualität, Sympathie zu den ungegenderten Sitznachbarn, Temperatur des Saales in Kombination mit der getragenen Kleidung, Distanz zur Bühne, Flugzeugmodus, Lachgeräusche anderer, Wirkung der erhaltenen Loriot-Kokken-Impfung und natürlich dem Entertainer selbst.

Der Entertainer:
Selbst weit unter 40 kennt er die Sorgen der Generation XXXX wie kaum ein Betroffener und macht sich über sie lustig. Und zwar so, dass diese lacht. Schallendes, Tränen produzierendes, Schenkel klopfendes, ehrliches, lauthalses, begeistertes, ansteckendes Lachen. Außerdem verhöhnt er uns Männer, wie wir uns wegen der Weibchen zu Deppen machen. Ein Leben lang. Immer und immer wieder. Und was machen wir Männer? Wir lachen uns schief.

Dazwischen gibt er uns wieder einmal Einblicke in das Leben von Onkel Heinzi und Tante Mizzi. Lacherfolg. Am Ende teilt er mit uns seinen Traum. Endlich entspannt sich die Gesichtsmuskulatur, das Hirn hört auf zu vibrieren und die Autofahrer unter den Gästen können sich auf die Heimfahrt konzentrieren.

Ich dachte eigentlich, Gery Seidl sei mit „Gratuliere!” am Zenit seiner Karriere angelangt. Mehr könne man sich nicht ausschütten, so ich weiter. Da erlag ich offensichtlich einer Täuschung, folgte einem cerebralen Irrlicht, oder mir passierte schlicht ein technischer Fehler in der Denkannahme. Gehen sie hin, tauchen sie ein, amüsieren sie sich und verbringen sie einen tollen Abend. Auch ohne Bobgorn.


Marion Kern, DieKleinkunst.com - „Aufputzt is”, 11.12.2013

Und es ist hervorragend gelungen!
Ein sehr unterhaltsamer Termin zwischen all den Weihnachtsfeiern und dem Einkaufs-Stress war der Kabarett-Abend im TheaterCenterForum. Gery Seidl führt dem Publikum vor Augen, dass es nicht alleine ist mit allem, was vor und für Weihnachten erledigt werden muss. Mehr noch - es kommt einem daneben richtig banal und unspannend vor. Anders als die Schilderungen des Kabarettisten, der in seinem saisonalen Programm keine Tannenbaumnadel auf der anderen lässt. Im Weihnachtsprogramm „Aufputzt is“ geht es im Grunde um die Vorbereitungen der Feierlichkeiten im Familienkreis – und alle daraus folgenden Pannen, Hürden und Wunschträume.

Das Bühnenbild im altehrwürdigen TheaterCenterForum ist schlicht – ein runder Tisch mit rotem Weihnachtstischtuch, ein kleiner Baum und eine Gitarre. Mehr braucht Gery Seidl auch nicht, um für heitere Stimmung zu sorgen. Das erreicht er durch einen gutem Mix aus Wuchteln und leiser sozialpolitischer Kritik.

So werden die Chinesen mit ihrer Vorliebe für „Pudel-Strudel“ genauso ins Visier genommen wie unsere Bundeshymne, bekannte Weihnachtslieder (seit wann hat ein Tannenbaum Blätter??) oder die 70er-Generation, der er selbst angehört und die er mit folgenden Worten beschreibt: „Was soll man aufbauen, wenn alles steht?“

Einen ernsteren Hintergrund haben die passend eingebauten Themen Magermodels, unsere EU-Skepsis, das Duo Strasser-Grasser und sogar aus aktuellem Anlass das Fehlen eines österreichischen Vertreters bei der Trauerfeier für Nelson Mandela.

Darstellerisch brilliert Gery Seidl beim Switchen zwischen verschiedenen Rollen, in die er in schneller Abfolge schlüpft. Beim Familienfest führt er einen „Dialog“ von 5 Personen, der lebendig und fehlerlos dargeboten wird. Man kann es nicht leugnen, dass man einige Aspekte, die im Programm beschrieben werden, von sich selbst kennt... Umso stärker ist die Identifikation und damit der Lacherfolg. Aber auch zahlreiche „oje“, oder mitleidsvolle „oh“ sind aus dem Publikum zu vernehmen, wenn den dargestellten Charakteren etwas Unangenehmes passiert. Man merkt, die Zuschauer sind voll dabei, und das zu recht!

Wer Gery Seidl nicht zum ersten Mal hört, wird bemerken, dass manche Passagen nicht neu sondern aus anderen Programmen integriert wurden. Das verwundert nicht, würde sich doch ein eigenes abendfüllendes Weihnacht-Special nicht auszahlen, erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass Mitte Jänner schon seine nächste Premiere ansteht... Außerdem sind diese Teile auch in der Wiederholung ein Vergnügen! Man trifft wieder auf Andrea und Onkel Heinzi und hört die Geschichten über Tante Mitzi und Kurtl.

Ein kleines bisschen Sentimentalität kommt auf, wenn von Audio-Kassetten und vielen anderen Dingen die Rede ist, die noch selbstverständlicher Teil der eigenen Vergangenheit, der heutigen Jugend aber nicht einmal mehr ein Begriff sind. Schön, dass sie auf der Bühne nochmals einen Platz finden!

Insgesamt ein sehenswertes Programm, das die Lust auf das Weihnachtsfest nicht schmälert, sondern verstärkt – allerdings nicht ohne doch für sich selbst zu hinterfragen, worauf es in dieser Zeit wirklich ankommt und welche Werte wir nicht aufgrund des Konsumrausches ganz vergessen sollten. Dazu trägt insbesondere der Schluss bei, der an dieser Stelle aber natürlich nicht verraten wird ...


Jopie den Dulk, Schwechater NÖN - „Gratuliere!”, 17.04.2013

Ein Ausflug ins Möbelhaus
An drei Abenden war Kabarettist Gery Seidl auf der Bühne des Theater Forum Schwechat zu erleben.

In seinem aktuellen Soloprogramm „Gratuliere!” ist Gery Seidl nicht unbedingt auf schnelle Lacher aus, sondern lässt hinter all seinem Witz doch den tiefen Ernst in der Situation seiner Generation erkennen. Seidl ist ein überaus geschickter Geschichtenerzähler, der die kleinen grauen Zellen seines Publikums ordentlich in Bewegung hält.

Seine klassischen, dem Publikum zugewandten Monologe, die er immer wieder durch neue Gedankengänge unterbricht, erweisen sich schließlich als kompakter Rahmen für eine bewegte, möglichweise reale (?) Geschichte. Und dass sich das Ganze in einem Möbelhaus abspielt, in dem er als millionster Besucher wegen eines Fotos mit dem Landeshauptmann eben auf diesen wartet, macht die Geschichte glaubwürdiger, als es zunächst den Anschein hat. Vorausgesetzt man ist bereit, die Bitternis in seinen Texten zu erkennen und die Kunst des Gery Seidlals das zu akzeptieren, was sie ist - vorzügliches Kabarett. Mag auch der Künstler über seine möglichen letzten Worte sinnieren, der letzte Kommentar des Publikums für diesen Abend: Applaus.


Facebook-Eintrag: „Total spezial”, 28.02.2013 © Christian Aschengeschwandtner

Hallo Gery!

Spät aber doch möchte ich hier was hinterlassen. Waren am 20.02. im Eckstein bei deiner Premiere von „Total spezial”.
Also ich hab ja schon viele live gesehen (unter anderm Niavarani, Düringer, oder auch aus Deutschland einige ...) aber ich hab mich bei keinem anderen Programm noch so gut unterhalten gefühlt!!! War echt ein Wahnsinn!!!
Jeder, der das Programm noch nicht gesehen hat, Karten besorgen und einen genialen Abend mit endlos lachen genießen!!!

LG Christian


Thomas Vitzthum, diehalbewahrheit.eu - „Total spezial”, 20.02.2013

Zwerchfellatio
Gery Seidls Auftritt im Spillerner „Eckstein” war ein Work-out für die Seele. Das Best-of-Programm „Total Spezial” wurde seinem Namen absolut gerecht, die restlos erledigten Zuschauer schlichen entkräftet aus dem Saal.

Mit Best-of-Programmen ist das so eine Sache: Gewiefte Alt-Rock 'n' Roller füllen Stadien, rauben den loyalen Anängern das Weiß aus den Augen und sind meist nicht das Gelbe vom Ei. Neue Fans gewinnt man so nicht.

Gery Seidl hingegen hat restlos überzeugt. Bereits wenige Sekunden nach Anpfiff hatte er das Publikum auf seiner Seite und steigerte sich in einen wahren Spielrausch, dem niemand entrinnen konnte. Geschichten über gewagte Erfindungen, seltsame Begnungen mit Lehrern, Augen öffnende Aspekte von Blind Dates oder fragwürdiges Verhalten in Rettungsgassen.
Egal worüber Gery Seidl referierte: er projizierte lebhafte Bilder in die Gehirne, schoss gezielt Pointe um Pointe ab und hielt den Bogen unter Spannung.

In der Nachspielzeit legte er noch ein Schäufelchen drauf und ließ das Publikum an seinem Lieblingstraum teilhaben.

Dass er auch ein Star zum Anfassen ist, bewies Gery Seidl danach im öffentlich zugänglichen Backstagebereich des „Eckstein”. Bereitwillig stellte er sich den Autogrammwünschen und beantwortete geduldig die Fragen der beeindruckten Gäste.

Die Halbe Wahrheit verleiht Gery Seidl den Schwarzen Gürtel der Kleinkunst.


Doris Glaser, ORF - „Aufputzt is”, 09.12.2012

„Aufputzt is” - Ein Weihnachtsdebakel made by Gery Seidl
Was kann schöner sein, als einmal im Kreise der Familie in aller Ruhe und Besinnlichkeit das Fest des Jahres zu begehen. Andere feiern doch auch Weihnachten mitsammen. Wenn das Essen dann fertig ist, der Tisch festlich gedeckt, wenn die Geschenke fertig eingepackt sind, der Baum geschmückt ...

Bald sind alle da. Fein. Wäre da nicht diese Tür, auf die der Kabarettist Gery Seidl die Aufmerksamkeit des geneigten Publikums lenken möchte. Diese Tür, so viel sei gesagt, steht für eine kleine Unachtsamkeit mit großen Folgen.

Der „ewige Sinnsucher”

Wie in seinem aktuellen Solo „Gratuliere!” ist Gery Seidl in seinem Weihnachtsprogramm nicht nur auf die schnellen Lacher aus, sondern sorgt auch für wunderbar stille Momente mit tiefgründigen Betrachtungen über die die großen Ws - woher komme ich, wohin gehe ich und was mache ich dazwischen?

Er sei, gesteht Seidl, ein ewiger Sinnsucher, aber nicht, weil er ein depressiver, sondern gerade weil er ein glücklicher Mensch sei. Wie kann es sein, fragt sich Seidl, dass man in Zeiten von Facebook zwar weiß, was einer der virtuellen Freunde gerade gegessen hat, dass man aber andererseits nicht einmal den eigenen Nachbarn kennt, geschweige denn sagen könnte, wie es ihm geht. So spielt in Seidls Weihnachtsstück „Aufputzt is” eine 100-jährige, allein lebende Nachbarin eine entscheidende Schlüsselrolle. Schicksal oder Zufall, jedenfalls aber die von Seidl erfundene Handlung wollen es, dass sie am Heiligen Abend nicht einsam bleiben wird.


Facebook-Eintrag: „AUSTROTOP-Konzert in Staatz”, 06.07.2012 © Marktgemeinde Staatz

Die Feuerwehr Staatz hatte sich zum Auftakt ihres Feuerwehrfestes was ganz besonderes ausgedacht: Die Gruppe AUSTROTOP mit Reinhard Reiskopf, Hannes Wiesinger und Gery Seidl als Reinhard Fendrich, Wolfgang Ambros und Georg Danzer brachten das Feuerwehrzelt zum Kochen und die Leute zum Tanzen - auf den Tischen natürlich. Wer es verpasst hat, ist selber schuld!

Veronika Schmidt, Die Presse - „Gratuliere!”, 09.02.2012

Vielleicht ist Gott ein Elektriker?
Gery Seidl füllt in „Gratuliere!“ die Wartezeit auf den Landeshauptmann mit Gedanken übers und Geschichten aus dem Leben. In kleinen Sketches zeigt er seine Wandlungsfähigkeit, in der großen Geschichte darf der Zuschauer auch mitdenken.

Gery Seidl heißt in seinem neuen Programm nun auch Gery Seidl. Sein Sohn heißt Noah. Ja, hier muss man ein bisschen mitdenken, um den Schmäh zu erkennen. Nach diesem Einstieg dauert es lange, bis Seidl in seinem dritten Solokabarett „Gratuliere!“ wieder Dinge bietet, bei denen man stark mitdenken muss.

Das Setting ist schnell erklärt: Kurz nur will Gery Seidl im trostlosen Shopping-Areal in Langenrohr in Niederösterreich in das Möbelhaus hinein, um seinen verlorenen Autoschlüssel zu suchen, und schon empfängt ihn Blasmusik und ein Gaudimax-mäßiger Ansager durch den Lautsprecher. Denn Seidl wird als millionster Kunde des Möbelhauses gefeiert. Jetzt müssen alle nur mehr warten, bis der Landeshauptmann, „Eigentümer von Niederösterreich“, zum Fotoshooting per Hubschrauber anreist.

Die Wartezeit überbrückt Seidl mit Gedankenexkursionen übers und Geschichten aus dem Leben. Nur an eines denkt er nicht, dass er ja seinen Sohn beim Auto stehen hat lassen. Das Besondere an Seidls Kabarettstücken ist, dass er viel Platz für klassische, zum Publikum gewandte Monologe findet, dazwischen kleine, feine Sketches einbaut und doch insgesamt im Kopf des Zuschauers einen durchgehenden Film entstehen lässt

Zuerst geht es darum, was es heißt, nie im Leben Erster zu sein, welche Durchsetzungskraft eigentlich Zweitgeborene haben müssen (schließlich wäre ihr Entstehen ja vom Erstgeborenen, der breit zwischen den Eltern liegt und diese jeder Romantik beraubt, fast verhindert worden), wie wertvoll der gute alte Schilling war, welches dunkle Universum Damenhandtaschen beherbergen, etc. Und dann wachsen aus manchen der kleinen Gedanken größere Geschichten heran. Wie die vom Onkel Heinzi, dessen Frau Mitzi wie eine Knackwurst in der Kleiderschürze steckte und nur einmal den Bärlauch mit Maiglöckerln verwechselte. Dafür züchten die Seidls nun Paradeiser und Kopfsalat am Grab vom Onkel: „Düngen tut der Onkel Heinzi“.

Oder die vom esoterischen ÖAMTC-Mitarbeiter Herr Glück, der erkennt, dass Seidl bereits sein hundertes Leben auf Erden lebt. Spätestens hier kommt man wieder zum Nachdenken in diesem Stück: Was ist Glaube? Was passiert nach dem Tod – bzw. was passiert mit unserem Geld nach dem Tod? Sterben arme Menschen einfach nur zu spät, für kürzer würde ihr Geld schon reichen? Ist es eine Tragik, dass es uns nicht besser gehen kann als jetzt? Und ist Gott Elektriker? Schließlich entscheidet er, wann das Licht ausgeht.

Und als in Seidls Kabarett dann tatsächlich das Licht ausgeht und ein Starkstromkabel den Lauf seines Lebens verändert, muss man wirklich stark mitdenken, um beim fulminanten Finale alle Wendungen zu verstehen. Das erfreut nachhaltig und macht Lust auf mehr. Weswegen Seidl auch selbst auf seine Zugabe pocht: Nicht nur ihm gefällt der verträumte Song, in dem er fast so klingt wie Josef Hader in seinen frühen Liedern.


Thomas Trenkler, derStandard.at - „Gratuliere!”, 07.02.2012

Die Tragik der Spaßgesellschaft
Gery Seidl ist, wiewohl 1975 in Wien geboren, durch und durch Niederösterreicher. Das merkt man allerdings nicht so sehr am dezenten Dialekt des Kabarettisten, sondern an der Wahl des Schauplatzes: Gratuliere!, das dritte Soloprogramm von Seidl, spielt in einem Möbelhaus am Stadtrand von Tulln, also dort, wo man, wenn das Einkaufszentrum geschlossen hat, vor die Hunde geht. Einer Verkettung unglücklicher Umstände zur Folge muss Seidl, leidgeprüfter Familienvater, noch einmal zurück in diesen Leiner oder Kika - und wird von einem Bierzelt-Moderator als einmillionster Besucher empfangen.

Der monströse Schrank Adam und die Couchlandschaft Edda, die er als Geschenk erhält, verschlagen ihm allerdings nicht die Sprache, ganz im Gegenteil: Er plappert wie aufgezogen, um die Wartezeit bis zum Eintreffen des "Eigentümers von Niederösterreich" - diese Formulierung dürfte Erwin Pröll mehr freuen als ärgern - zu überbrücken. Das Niveau von unterhaltsamem Smalltalk wird meist nicht überboten: Seidl sagt die absehbaren Schlagzeilen des Jahres voraus, er macht sich so seine Gedanken über berühmte letzte Worte, den ÖAMTC-Schutzbrief, die Inkarnation und die Ö-Driver als Verkehrsvoyeure.

Einmal aber vermag Seidl zum Nachdenken anzuregen. Wenn er feststellt, dass er mit seinen 36 Jahren keinen Krieg überleben musste: "Es gibt nichts zum Wiederaufbauen, es steht schon alles. Und Abreißen geht auch nicht - wegen des Denkmalschutzes." Seine Generation sei daher die Spaßgesellschaft. Und das sei tragisch genug. Denn besser als jetzt wird es ihr nie mehr gehen.

Geduldig wartet Seidl weiter auf das Foto mit dem Landeshauptmann: In der Euphorie, endlich einmal ein Gewinner zu sein, vergisst er völlig darauf, dass er seinen Sohn im Auto hat sitzen lassen. Und plötzlich fügen sich all die scheinbar beziehungslosen Elemente zu einem rasanten Finale, zu einem geglückten Ganzen.


Werner Rosenberger, KURIER - „Gratuliere!”, 28.01.2012

Freund des Tagtraums
Gery Seidl mit seinem dritten Soloprogramm „Gratuliere!” im Kabarett Niedermair.

Nichts zu lachen? Bei Gery Seidl schon. Sogar eine ganze Menge. Nach „Spaghetti mit Ohne” erklärt er in seinem neuen Solo „Gratuliere!” an der Schwelle zum 36. Geburtstag, warum Gott ein Elektriker ist und in essenziellen Fragen auf der Spur wie: Kann man länger leben, als man es sich leisten kann? Oder: Wird man im Jenseits ausgelacht für deppert sterben?

Er - der bekennende „Freund des Tagtraums” - erzählt von blöden Geschichten, die einen mit Bärlauch und nicht funktionierenden Bremsen passieren können, und wie das ist, wenn man so mir nix dir nix durch die Drehtür in ein Möbelhaus stolpert und plötzlich als millionster Kunde im Blitzlichtgewitter steht, zwangsbeglückt mit einem riesigen Eiche-Vollholz-Schrank und einem voluminösen Liegesitzuniversum namens „Edda”. Mit einem Wort: Nichts Weltbewegendes. Aber der Abend ist eine vergnügliche Ablenkung von den Krisen und kleinen Katastrophen im wirklichen Leben.

Facebook-Eintrag: „Aufputzt is”, 03.12.2011 © Harald Faschingbauer

... also wir waren gestern bei der Vorstellung und ich war wirklich begeistert.
Schenkelklopfer und Tiefgang, mit einer schönen Einstimmung für die Weihnachtszeit.


Blog-Eintrag: „AUSTROTOP Benefiz für handshake4life”, 31.03.2011 © cheridwen

Highlight
Ich war gerade auf einem der besten Konzerte, die ich je erlebt habe!
AUSTROTOP heißt die Band und sie spielte ein Benefizkonzert für „handshake4life” (eine gute Sache übrigens!).

Nicht, dass die Jungs die besten Musiker aller Zeiten wären, die Show unvergleichliche Special Effects gehabt hätte oder alles perfekt und mehr als nur professionell gewesen wäre. Nein, aber das alles ist es auch nicht, worauf es für mich ankommt.

Sie waren gut und auch professionell, ohne Zweifel, aber mitgerissen haben sie mich, weil Sie mit einer unvergleichlichen Freude und Begeisterung bei der Sache waren. Der Funke ist so richtig übergesprungen! Sie haben mich in meine Jugend entführt, als der Austropop grade einen Höhenflug hatte, waren witzig und haben auch die Pannen gekonnt in die Show einbezogen. Sie haben einfach entertained und den ganzen Saal gerockt!

Ich hatte das Glück, ganz vorne bei der Bühne zu sitzen und konnte das Konzert so hautnah miterleben. Einer der Sänger - Gery Seidl - hat mich besonders gefesselt - der ist aber auch eine Augenweide (apropos Augen: seine waren im Scheinwerferlicht sowas von strahlend blau - *schmacht*). Genau genommen war er eigentlich auch eine "Ohrenweide". Der hat diesbezüglich ganz schön was drauf! Und schauspielerisches Talent hat er noch dazu! (OK - zugegeben - die anderen beiden auch.)

Ein ganz besonderes Special: Herbert Prohaska war im Publikum und Gery konnte ihn überreden, nach der Pause mit der Band „Rostige Flügel” zu singen. Das war irgendwie cool.

Tja, und was soll ich sagen, die Herren haben es geschafft, dass sogar ich bei der Zugabe - wie fast alle anderen im Saal - mitgesungen habe! Ich kann mich eigentlich an kein Konzert bisher erinnern, bei dem ich mir so gewünscht hätte wie diesmal, dass es gar nicht mehr aufhört!


eMail an Gery Seidl: „Spaghetti mit Ohne”, 28.01.2011 © Andreas S., Kabarettbesucher

Sehr geehrter Herr Seidl!

Herzlichsten Dank für die geniale Performance (erfrischend, vielschichtig, optimistisch) am Freitagabend im Theater Forum Schwechat.

Verzeihen Sie bitte, dass ich nun anmaßend erscheinen werde, da ich weder ein hoch dekorierter Kritiker bin, noch eine Spezialausbildung auf diesem Gebiet genossen habe.
Ich bin nur ein häufiger "Kabarett-Geher" der im mitteleuropäischen Raum sehr viel auf diesem Gebiet gesehen hat (Die Norddeutschen verschließen sich meinem humoristischen Verständnis, aber das ist eine andere Geschichte ...).

Was will ich eigentlich mit diesem Mail sagen:
Also, bitte bleiben Sie sich Ihrer Linie treu, denn dann wird Ihnen eine große Kabarettzukunft bevorstehen.
Aus meiner Sicht sind die nächsten Worte ein Kompliment, ich hoffe, dass sie diese auch so auffassen können:
Sie erinnern mich an einen jungen Hader - gespickt mit Optimismus ... Auf das hat die Welt gewartet!

In freudiger Erwartung ihrer zukünftigen Programme
Andreas S.

Bettina Hagen, Falter - „Spaghetti mit Ohne”, 27.01.2010

Gery Seidl zweites Solo „Spaghetti mit Ohne” ist ein stimmiges Programm, und es verbreitet sogar so etwas wie Lebensfreude, weil Seidl zur seltenen Spezies der optimistischen Kabarettisten zählt. Von einem persönlichen Ereignis überwältigt, bringt er die charmant konstruierte, actionreiche Geschichte einer Bubenfreundschaft auf die Bühne ... Am Ende gibt es sogar eine Botschaft: Erwachsen werden bedeutet nicht, seine Träume aufgeben zu müssen.

Stefan Mayer, derStandard - „Spaghetti mit Ohne”, 26.01.2010

Koch ohne Topf
Was macht ein französischer Haubenkoch, der weder Koch noch Franzose ist, wenn bei seiner Kochtopfpräsentation keine Kochtöpfe da sind, die er sei-nem Publikum präsentieren könnte, weil sein Geschäftspartner mitsamt den Kochtöpfen im Kofferraum vom jordanischen Geheimdienst entführt wurde?

Richtig, er erzählt aus seinem Leben. „Spaghetti mit Ohne” ist die lustigste Kochtopfverkaufsshow der Welt. Virtuos springt der Kabarettist zwischen diversen Rollen hin und her. Extremsituationen wie jene von Kollege Hermann, der sich aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände in den Fängen finsterer Folterer befindet, schüttelt Seidl ebenso locker aus dem Ärmel wie das vermeintlich unverfängliche Beisammensein der Großfamilie am muttertäglichen Mittagstisch.

Ein Geflecht verwobener Geschichten entsteht, bei denen klassische Wuchteln nicht fehlen, aber auch nicht dominieren. Vielmehr wohnt dem Programm eine absurde, bisweilen fast poetisch menschelnde Dynamik inne.

Tisch und Stuhl sowie die „Gitraffe” ,eine Erfindung Holgers, genügen dem Kabarettisten als Requisiten; rasante Licht- und Szenenwechsel sowie die dosiert, aber wirkungsvoll eingesetzte Mimik und Gestik machen „die Reise, die man selber so nicht machen würde” perfekt.


Veronika Schmidt, Die Presse - „Spaghetti mit Ohne”, 25.01.2010

„Spaghetti mit Ohne”, Kabarett Niedermair: Gery Seidl zeigt schauspielerisches Talent und Wortwitz.
„Ich werde Ihr Leben verändern.“ Das haben uns schon einige gesagt. Gery Seidl steigt mit diesem Satz in sein zweites Solokabarett „Spaghetti mit Ohne“ ein. Aber mit „französische accent“ - er klingt wie Fred Combuse aus den 1990ern. Die folgenden zwei Stunden sind als geplatzte Verkaufsshow angelegt, in der der Wiener Holger Wieher anfangs „Monsieur Hallöö“ spielt und schnell auf normales Wienerisch umschaltet, als sein Kompagnon mit den angekündigten „Atomkochtöpfen“ nicht auftaucht. Eine gute Ausgangssituation für einen guten Kabarettabend – bedenkt man die Parallelen von Verkaufsshow und dem „Sich-gut-Verkaufen“ auf der Kabarettbühne.

Seidl hat sich mit seinem Debüt „Wegen Renovierung offen“ vor zwei Jahren die Latte hoch gelegt und wurde sogleich mit dem Förderpreis des Österreichischen Kabarettpreises ausgezeichnet. Damals ging es höchst authentisch ums Baugewerbe (Seidl arbeitete nach der HTL selbst als Bauleiter). In „Spaghetti mit Ohne“ wendet sich die geplatzte Verkaufsshow ab der Pause auch einem autobiografischen Thema zu: Das Bühnen-Ich Holger erfährt, dass er Vater wird. (Seidls Tochter kam letztes Jahr zur Welt.) „Mein Leben hat sich verändert“, stammelt er auf der Bühne. Freude, Angst und Selbstzweifel werdender Vätern bringt Seidl berührend echt, nimmt Szenen des späteren Vaterdaseins vorweg, vom Elternsprechtag bis zum Aufklärungsgespräch, und vergisst darüber hinaus schon ganz, dass sein Verkaufskompagnon Hermann mit den Atomkochtöpfen verschwunden ist. In geschickt eingefädelten Szenenwechseln erfährt das Publikum, wo und von wem Hermann festgehalten wird: von den Prügelknaben der jordanischen Botschaft.

Da rettet ihn auch sein großer Erfindergeist nicht so schnell - denn Hermann und Holger sind seit früher Jugend eigentlich Erfinder. Dafür gingen sie sogar über Leichen. Aber wer konnte wissen, dass die Dosis vom explodierenden Gelsenspray bei der „Anni-Oma“ falsch gewählt war? Trotzdem wollen die Jordanier nun aus Hermann herauskriegen, was er mit dem Terroristen „Omar Anih“ zu tun hatte. Ähnlicher Wortwitz begleitet das ganze Stück - teilweise kennt man den Schauspielkollegen Thomas Mraz heraus, der am Text mitgearbeitet hat und Regie führt.

Auch ein paar herzeigbare „One-Liner“ verstecken sich in „Spaghetti mit Ohne“, etwa die Erwähnung eines Blind Dates „in dem Kirchenwirt da in Wien. Also im Haas-Haus.“ Somit überzeugt Seidl sein Publikum, dass es gut daran getan hat, sich aufzuraffen und ins Kabarett zu gehen, „statt daheim Millionenshow zu schauen“ - wie er kürzlich in einem Interview meinte.


Peter Temel, kurier.at - „Spaghetti mit Ohne”, 25.01.2010

... Gery Seidl bringt sein zweites Soloprogramm flott und mit hoher Wuchteldichte auf die Bühne ... Schräge Grimassen, zielsichere Pointen, wendige Körper-Action - das alles serviert Seidl mit hoher Präzision ... Intelligentes Ein-Mann-Theater. Gery Seidl fügt dieser Art von Kabarett ein weiteres, unbestritten höchst unterhaltsames Solo-Programm mit liebevoll gezeichneten Figuren hinzu.


Thomas Jorda, NÖN Zwettl - „Spaghetti mit Ohne”, 25.01.2010

Gery Seidl begeisterte nicht nur durch seine raffinierten Pointen sondern auch durch seine grandiosen, musikalischen Einlagen. Dieter Juster freut sich schon diesen Nachwuchskabarettisten mit großer Zukunft bald wieder im Bühnenwirtshaus erleben zu dürfen.


up-to-date.at - „Eins zu Eins”, Gery Seidl & Joesi Prokopetz, 10.11.2009

In Zusammenarbeit mit der sVersicherung lud die Sparkasse Lambach am 10. November zu einem unterhaltsamen Abend in die Dreifachturnhalle in Lambach ein. Das Kabarettduo Joesi Prokopetz und Gery Seidl sorgte für einen 80-minütigen Lacherfolg. Unter dem Titel „Eins zu Eins - unentschieden für mich“ zogen die zwei Künstler alle Register ihres Könnens und ließen so manche Pointe knallen. Auch die Solonummern der Künstler waren brillant: Gery Seidl präsentierte die besten Ausschnitte aus seinem Erfolgsprogramm „Wegen Renovierung offen“. Joesi Prokopetz sorgte mit treffsicheren Blackouts aus seinem 35-jährigen Schaffen für Lachsalven.


K2 Kulturmagazin, Blog-Eintrag: „Wegen Renovierung offen”, 04.02.2008 © mangiapia

Im Kabarett Niedermair präsentiert sich ein junger Künstler abseits der Norm und überrascht mich zugegebenermaßen mit ungewöhnlichem Talent. Was ich in zwei Jahren Wiener Kabarett nur einst bei Harald Buresch erleben durfte, wird mir heute bei Gery Seidl geschenkt - ein zauberhafter Abend mit viel Humor, Emotion und atemberaubender Fähigkeit.

Gery Seidl schlüpft in seinem Programm „Wegen Renovierung offen” in verschiedene, detailliert überlegte Rollen. Als Bauleiter Roman Schweißer will er ein Theater renovieren und stellt dort angekommen fest, dass er dieses aus einer Politikintrige heraus eigentlich niederreißen soll. Der smarte und eigentlich recht kulturlose Arbeiter gleicht im Verlauf des Abends immer mehr der Hauptperson eines Entwicklungsromans und legt selbstreflektierend ein Bewusstsein für die Bedeutung jener zu zerstörenden Bildungsstätte an den Tag. Letztendlich wehrt er sich gegen den Auftrag, startet eine Initiative gegen den Abriss und verliert schließlich doch. Ein philosophierender Schauspieler täuscht ihn und drückt eigenhändig den Sprengstoffhebel, der den natürlichen Lauf der Dinge impliziert - alles hat ein Ende, und einen Neuanfang.

Seidl überzeugt nicht nur mit echtem Witz, sondern auch mit der nötigen Tiefgründigkeit, welche durch den ein oder anderen Song unterstrichen wird. Eigens für die Show komponiert, beweisen diese nicht nur die Kompetenz des zweiköpfigen Teams rund um Seidl, sondern auch das berauschende musikalische Talent des Künstlers selbst.

Ich lege Ihnen diesen Ausnahmeinterpreten wärmstens ans Herz und verabschiede mich ohne einen Hauch von Kritik.


Florian Krenstetter, Kronenzeitung - „Wegen Renovierung offen”

Das war ein glatter Durchmarsch in die Bundesliga des Kabaretts.
Der wiener Liedermacher, Schauspieler, Autor und Kabarettist Gery Seidl lieferte mit der Premiere seines Soloprogramms „Wegen Renovierung offen“ im Niedermair das beste Debüt seit langer Zeit!

Herausgekommen ist ein Programm mit beträchtlicher Witzdichte über die Baubranche - in der Gery Seidl selbst sechs Jahre lang als Bauleiter tätig war - wo so fast jede Pointe prompt von der nächsten überholt wird. Auf der linken Spur versteht sich ...

Derart aufgeschreckt unternimmt Seidl stimmlich wie musikalisch (Trompete und Gitarre spielend) eine Reise durch seine eigene Biographie als Bauleiter.

Nicht nur einzelne politische Themen sind das, die Seidl unter unablässigem Gelächter der Zuschauer an den Pranger stellt. Ehrlich, authentisch und direkt entfaltet er seine Geschichten. Unverblümt enthüllt er in verblüffend einfacher Beweisführung seine Wahrheiten, bei denen das Publikum nur eine Möglichkeit hat: Sich seiner Pointenjagd anzuschließen, sich zu ergeben und schließlich durch herzhaftes Lachen zu befreien. Zuletzt Riesenapplaus.

Und die Gewissheit, dass auch ein zweiter Besuch in Gery Seidls Bauhütte nicht enttäuschend wäre.
Denn Pointen hat er ja ständig neue auf Lager.


Puplikum Vorpremiere - „Wegen Renovierung offen”, 15.12.2007

- Villa Kunterbunt
- Humor - Psychologie - Herz - Kabarett für alle Sinne
- Stimmt - schmunzelnd - nachdenklich
- Hinterholz 8 auf Maturaniveau - Genial
- Gute Stimmung - sehr autent „rübergebracht“ - überzeugend und sicher gespielt
- sehr sympatisch über „Unstimmigkeiten“gegangen.
- SUPER - weiter so!
- War ganz toll. Speziell die Kombination aus Kabarett und Musik ist super!
- Lachen - denken - zuhören.
- Toll gemacht. Wir kommen wieder.
- Die Geschwindigkeit und Authentizität mit der verschiedene Persönlichkeiten dargestellt werden.
- Nie peinlich.
- „Einfach“ gut - riesen Hände - wasserzeichenfest und pur.
- Hat mich mit dem Kabarett wieder versöhnt.
- Am Bau ist alles ganz anders - aber auch genau so!
- Der Baumeister, der manchmal gerne mit deinem Storch in den Süden fliegen wollte.